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Mönchengladbach
Wachsende Klinik sucht Mitarbeiter

Mönchengladbach. Mit einer Imagekampagne will das Elisabeth-Krankenhaus Personal gewinnen. Dieses Vorgehen ist in der Branche ungewöhnlich. Es gibt erste Reaktionen. Von Angela Rietdorf

Sie lächeln zurzeit an allen Bushaltestellen im Stadtgebiet von den Plakatwänden Wartenden zu: Lächelnde Menschen, teils in Pfleger- oder OP-Kleidung, die auf die Kampagne des Elisabeth-Krankenhauses zur Mitarbeitergewinnung aufmerksam machen sollen. Die Städtischen Kliniken wachsen seit Jahren und wollen auf diese Weise Fachkräfte für sich interessieren. Ja, sagt Mathias Evertz, für Personalentwicklung zuständig, eine solche Kampagne sei in der Branche ungewöhnlich. Und deshalb wirkt sie wohl auch. Obwohl die Plakate erst seit Wochenanfang zu sehen sind, berichtet Pflegedirektorin Beate Welsch schon von ersten Reaktionen.

Die Frage des Fachkräftemangels treibt viele Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen um. Im Eli wird die Situation durch eine sehr positive Entwicklung verstärkt: Das Krankenhaus in städtischem Besitz hat die stationären Fallzahlen in den letzten zehn Jahren um 35 Prozent gesteigert. Der Umsatz wuchs sogar um 75 Prozent, die Zahl der Mitarbeiter um 260 auf jetzt rund 900 Vollzeitkräfte. Das Wachstum wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch weiter anhalten, denn ab Juli 2018 wird es beispielsweise einen kinder- und jugendärztlichen Notdienst in den Räumen des Krankenhauses geben.

Außerdem wird die Haupthaus-Erweiterung im Herbst fertiggestellt sein, so dass die Zahl der Planbetten um mehr als dreißig ansteigen wird. Alles Grund genug, sich Gedanken um die Gewinnung zusätzlicher Mitarbeiter in allen Bereichen zu machen. "Wir weisen darauf hin, dass wir mehr als nur gute Bezahlung bieten", erklärt Evertz, der die Kampagne entwickelt hat. Natürlich zahlt das Eli als städtische Tochter Tariflohn. Darüber hinaus aber gebe es eine Menge zusätzlicher Pluspunkte, meinen die Verantwortlichen. "Wenn wir schwarze Zahlen schreiben, bekommen unsere Mitarbeiter zum Beispiel einen zusätzlichen Tag frei", erklärt Geschäftsführer Horst Imdahl. Das Krankenhaus betreibt auch eine eigene Kita, bietet Ferienfreizeiten an und ist im Netzwerk pflegend Beschäftigter. Die Mitarbeiter können psychotherapeutische Krisenhilfe in Anspruch nehmen. Auch Familienmitglieder werden kostenlos psychologisch betreut. Die Menge der zusätzlichen Angebote ist eindrucksvoll.

Die Kampagne wird in zwei Wellen bis Mitte März laufen - und zwar nicht nur in Mönchengladbach, sondern auch in Viersen, Neuss und dem Kreis Heinsberg. Neben Plakaten gibt es auch Radiospots, die sich ebenfalls mit den Themen Wertschätzung, soziale Verantwortung und Kollegen beschäftigen. Auf der eigens eingerichteten Webseite "http://www.menschlich-machbar.de" sind auch die Stellenanzeigen zu finden. "Wir stellen unabhängig vom Stellenplan ein", verspricht Imdahl. Vor allem Fachkräfte wie Hebammen, OP- oder Anästhesieschwestern oder -pfleger.

Quelle: RP
 
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