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Mönchengladbach
Wahlen: 2016 wird Jahr der Kandidaten

Mönchengladbach: Wahlen: 2016 wird Jahr der Kandidaten
Sitzt im Landtag: Norbert Post FOTO: Raupold, Isabella (ikr)
Mönchengladbach. Günter Krings (CDU), Gülistan Yüksel und Hans-Willi Körfges (beide SPD): Sie scheinen gesetzt zu sein, wenn das Personalkarussell für die Bundestags- und die Landtagswahl beginnt. Norbert Post (CDU) ist sich noch unschlüssig. Von Dieter Weber

Für politische Menschen, die sich an Wahlen orientieren, war das zurückliegende Jahr 2015 langweilig. Es ist nichts passiert - keine Landtagswahl, keine Bundestagswahl, keine Kommunalwahl. 2016 wird anders. Halt, werden Sie sagen: Die Landtags- und die Bundestagswahl sind doch erst 2017, die Kommunalwahl ist sogar erst 2020.

Richtig. Doch weil die Kandidaten in den kommenden Monaten gewählt werden, wird's richtig spannend. Treten zum Beispiel Norbert Post (CDU) und Hans-Willi Körfges (SPD) noch einmal für den Landtag an? Wie sieht's mit den Bundestagsabgeordneten Günter Krings (CDU) und Gülistan Yüksel aus? Und was machen die beiden Landespolitiker, die erst in den vergangenen Wochen in den Landtag nachgerückt sind, Andreas Terhaag (FDP) und Angela Tillmann (SPD)? Und welche Alternativkandidaten gibt es? Bei den Parteien liegen bereits die Zeitpläne vor.

Sitzt im Landtag: Angela Tillmann. FOTO: Reichartz,Hans-Peter (hpr)

CDU Kein Fragezeichen steht hinter einem Namen: Günter Krings. Der Staatssekretär im Bundes-Innenministerium ist als Bundestagskandidat gesetzt - es gibt zu ihm auch keine Alternative in der Partei. Schwieriger ist es bei den Landtagskandidaten. Norbert Post will sich im Februar erklären, ob er noch einmal antritt. "Das kläre ich noch mit meiner Familie ab. Ich muss dabei eines bedenken: Wenn die kommende Legislaturperiode endet. wäre ich fast 70 Jahre alt. Und ich will selbst entscheiden, wann für mich Schluss in der Landespolitik ist", sagt Post, der vor allem in der Gesundheitspolitik als Experte geschätzt wird. Eine Kampfkandidatur gegen Post wird es in der CDU nicht geben.

Sitzt im Landtag: Hans-Willi Körfges. FOTO: Raupold, Isabella (ikr)

Aber wer steht zur Verfügung, wenn Post nicht wieder antreten sollte? Als Kandidaten für den Landtag werden im Norden der Stadt Martin Heinen, Jochen Klenner und Annette Bonin häufiger genannt. Das Nominierungsthema schlägt bereits im Süden voll durch, wo ein Nachfolger von Michael Schroeren gefunden werden muss. Hier tauchen die Namen Frank Boss, Petra Heinen-Dauber und Dieter Breymann öfter auf.

Sitzt im Landtag: Andreas Terhaag. FOTO: RP-aRCHIV. IKR/HPR/FDP

SPD Was Krings für die CDU, ist Körfges für die SPD - als Kandidat für den Süd-Landtagswahlkreis ist er unangefochten. Der 61-Jährige wirft seinen Hut in den Ring, will es zum fünften Mal ins Landesparlament schaffen. Es ist damit zu rechnen, dass die Landes-SPD ihren kommunalpolitischen Experten auf der Liste gut absichert. Und auch Gülistan Yüksel dürfte als Bewerberin für den Bundestag feststehen.

Sie hat gegen Krings zwar kaum Chancen, sich als Direktkandidatin durchzusetzen. Aber sie wird auf der NRW-Liste als Frau mit Migrationshintergrund vermutlich aussichtsreich platziert. Angela Tillmann ist, nachdem sie sich schon aus der aktiven Politik verabschiedet hatte, in den Landtag nachgerückt. Da es unsicher ist, ob sie für den Nord-Landtagswahlkreis erneut antritt, werden andere Namen gehandelt. Felix Heinrichs, der Kandidat für alles in der Gladbacher SPD, wird sich auf Stadtpolitik konzentrieren - vorerst. Als Alternativen werden oft die Namen von zwei jungen Frauen genannt: Julia Großkopf und Josephine Gauselmann. Auch Juso-Chef Johannes Jungiligens zählt zu den Favoriten.

FDP Die Liberalen haben wieder einen Landtagskandidaten - Andreas Terhaag rückte nach, weil ein FDP-Landespolitiker hauptberuflicher Bürgermeister wurde. Da Terhaag auf der Landesliste auf einer aussichtsreichen Position stand und davon auszugehen ist, dass er diese Position wieder einnehmen kann, könnte der Ingenieur 2017 über die Liste den Einzug schaffen. Die Frage ist nur: Will er das? Terhaag, der sich als Unternehmer selbstständig gemacht hat, will die anderthalb Jahre bis zum vermutlichen Landtagswahltermin im Mai 2017 für sich als Probezeit nutzen, um das zu testen: Funktioniert es in seiner Firma auch weitgehend ohne ihn?

Grüne Es wäre vorschnell, den Gladbacher Grünen keine Chancen einzuräumen. Allerdings nicht bei einer Direktkandidatur - da werden alle Bewerber, die derzeit in Frage kommen, ohne Aussicht auf durchschlagenen Erfolg sein. Für die Grünen kommt es darauf an, einen vorzeigbaren Kandidaten aussichtsreich auf der Liste zu platzieren. Das könnte zum Beispiel Boris Wolkowski sein, ein promovierter Jurist.

Piraten Ups, da war doch noch jemand. Woran sich viele vielleicht mehr erinnern: Für die Piraten sitzt der Jurist Nico Kern im Landtag. Er gehörte früher der Crew der Niers-piraten an. Sein Heimathafen war in Viersen, und er hat enge Bezüge zu Mönchengladbach. Heute allerdings lebt Kern in Marl.

Quelle: RP
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