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Leere Straßen in Mönchengladbach
Wegen des Streiks kommen weniger Kunden

Streik: Keine Busse am Bahnhof in Mönchengladbach
Streik: Keine Busse am Bahnhof in Mönchengladbach FOTO: Sabine Kricke
Mönchengladbach. Eine leere Hindenburgstraße und viele "Mama-Taxis" vor Schulen – obwohl am Dienstag keine Busse in Mönchengladbach fuhren, blieb das große Chaos aus. Von Laura Harlos, Sabine Kricke, Gabi Peters und Dieter Weber

Am Dienstagmorgen war die Gladbacher Innenstadt so leer wie sonst nur an Sonntagen: Der Europaplatz wirkte wie ausgestorben. Kein Bus bewegte sich die Hindenburgstraße bergauf. Die Folgen des Warnstreiks bekamen vor allem Geschäfte und Lokale zu spüren, die an der oberen Hindenburgstraße liegen.

Ältere Kunden, die auf den Bus angewiesen sind, weil sie die rund sechsprozentige Steigung der Straße scheuen, verzichteten auf Einkäufe. "Wir haben das sofort gemerkt. Für uns ist es ganz furchtbar, wenn die Busse nicht fahren", sagte Sinn-Leffers-Geschäftsführer Frank Geyer.

Fotos: So läuft der Verdi-Warnstreik in NRW FOTO: dpa, gfh

Während die Gladbacher Haupteinkaufsmeile nahezu abgasfrei blieb, gab es vor einigen Schulen richtige Staus. Denn es waren ungewöhnlich viele Mama-Taxis unterwegs. Schließlich fuhren auch keine Schulbusse. Während der Unterricht in den Schulen normal lief, allenfalls mit weniger Schülern, blieben sechs Kindergärten komplett geschlossen, in weiteren Kitas beteiligten sich die Erzieherinnen zumindest teilweise am Ausstand, so dass Notgruppen gebildet werden mussten. Auch alle Bäder hatten zu.

"Wollen klares Zeichen setzen"

"Es tut uns leid, dass es die Bürger trifft. Aber wir wollen für die Verhandlungen ein klares Zeichen setzen", sagte Dominik Kofend, Bezirksgeschäftsführer Verdi Linker Niederrhein. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um sechs Prozent, mindestens aber um 200 Euro sowie eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro. Zum Vergleich: Stadtkämmerer Bernd Kuckels geht im Haushaltsplan für dieses Jahr von einer Gehaltssteigerung von zwei Prozent aus.

Warnstreik in Duisburg - Ausfälle im Linienverkehr FOTO: Tim Harpers

Rund 650 Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes hatten sich am Dienstag gegen den Gang zum Arbeitsplatz und für den friedlichen Streikzug durch die Gladbacher Innenstadt entschieden. Mit Fahnen, roten Schals und Trillerpfeifen zogen sie zum Alten Markt, wo Verdi eine Kundgebung veranstaltete. "Mit der Spätschicht wird die Zahl der Streikenden wachsen", kündigte Kofent an. Rund die Hälfte der Streikenden kam von der Stadtverwaltung.

Auch Hausmeister im Streik

Am Gymnasium Gartenstraße in Rheydt lief der Schulbetrieb wie üblich – nur eben ohne den Hausmeister. Ulrich Schmitz war mit anderen Hausmeistern zum Alten Markt gekommen. "Ich bin Mädchen für alles. Es wird ohne mich an der Schule schon etwas drunter und drüber gehen", sagte Schmitz. "Schon alleine in puncto Sauberkeit auf dem Schulgelände macht es sich sofort bemerkbar, wenn der Hausmeister fehlt."

Zumal bis auf nur wenige Ausnahmen offenbar Kinder und Jugendliche auch zur Schule kamen, obwohl die Schulbusse nicht fuhren und es leichten Schneefall gab. "Es gab ein paar Verspätungen. Der Schulbetrieb lief normal", sagte Clemens Braun von der Gesamtschule Hardt. Und auch in den Kindergärten gab es keine großen Proteste von Eltern. "Meine Kollegen berichteten, dass die meisten Eltern verständnisvoll reagiert haben", sagt Iris Fernandez, selbst Kindergartenleiterin und Personalratsmitglied bei der Stadt.

Weniger bemerkbar machte sich der Streik in den Schwimmbädern, die wegen des Streiks dicht waren. Dienstags schwimmen im Vitusbad überwiegend Schüler und Vereine.

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Mönchengladbach hat den Streik damit vorerst überstanden. Am Mittwoch wird in anderen Städten der Region, darunter Düsseldorf und Köln gestreikt. Hier lesen Sie, was Sie zur Fortsetzung des Warnstreiks wissen müssen.

 
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