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Mönchengladbach
Warum intakte Pkw-Beleuchtung so wichtig ist

Mönchengladbach. Es gibt sie, die Unbelehrbaren. Selbst wenn die Polizei und die Kfz-Innung auf die Mängel in der Beleuchtung hinweisen und die Reparatur kostenlos ist, fahren sie einfach weiter - mit defektem Bremslicht, falsch eingestelltem Fernlicht oder kaputtem Blinker. Der traurige Spitzenreiter: ein Lieferwagen, bei dem gleich mehrere Teile der Beleuchtung kaputt waren, der aber so dringend weiter wollte, dass er die Birnen nicht gleich austauschen ließ. "Er wollte eine Waschmaschine ausliefern", sagt Ludger Feldhans-Becker. Von Angela Rietdorf

Der Leiter der Ausbildungswerkstatt der Kfz-Innung kann darüber nur den Kopf schütteln. Er steht mit seinen Auszubildenden bereit, um zum Auftakt der alljährlichen Beleuchtungsaktion auf dem Parkplatz neben dem Haus des Handwerks zu prüfen und auch gleich zu reparieren. Wenn der Autofahrer das möchte. Der Lieferwagenfahrer ist aber erfreulicherweise die unrühmliche Ausnahme. Die meisten Autofahrer nehmen das Angebot doch recht dankbar an. Schließlich erspart es ihnen eine Fahrt in die Werkstatt.

Bereits seit 50 Jahren gibt es die Beleuchtungsaktion der Kfz-Innung: Die Meisterbetriebe bieten bundesweit im Oktober eine kostenlose Überprüfung der Beleuchtung an. Dieses Angebot ist so aktuell wie notwendig. Die Mängelquote ist nämlich schockierend hoch. Im vergangenen Jahr wurde bei 38,9 Prozent der in Nordrhein-Westfalen geprüften Autos irgendeine Form des Defekts an der Beleuchtung festgestellt. "Hochgerechnet auf die Zahl der Autos in Mönchengladbach bedeutet das, dass hier 50.000 Wagen mit Mängeln unterwegs sind", erklärt Kreishandwerksmeister Frank Mund.

Zu denen, die absolut intakt sind, gehört erfreulicherweise der Dienstwagen des Polizeipräsidenten. Mathis Wiesselmann lässt den Audi A6, mit dem er dienstlich gefahren wird, im Rahmen der Aktion durchchecken. "Mein Fahrer wusste das vorher nicht", versichert er. Die Experten von der Innung sind nach der Prüfung zufrieden und versehen die Windschutzscheibe des präsidialen Wagens mit der diesjährigen Prüfplakette.

Dass eine funktionierende und richtig eingestellte Beleuchtung die Verkehrssicherheit erhöht, darauf weist die Polizei das ganze Jahr über hin, im Herbst aber verstärkt. Wenn zur Dunkelheit noch der Regen kommt, sind Sehen und Gesehen werden bitter nötig. "Mit nur einem Scheinwerfer sieht ein Auto aus wie ein Motorrad", zählt Achim Hendrix, der Leiter der Verkehrsdirektion I, Gefahrenquellen auf. "Sind die Scheinwerfer falsch eingestellt, wird der Gegenverkehr geblendet." Und auch ein Radfahrer wird im Regen wesentlich besser gesehen, wenn die Beleuchtung des Autos einwandfrei arbeitet. Aber auch für die Radfahrer gilt: Ihre Beleuchtung sollte funktionieren und eingeschaltet sein. "Wir werden auch die Beleuchtung der Radfahrer kontrollieren", verspricht Achim Hendrix.

Bis zum 12. November sollten alle Autofahrer ihr Licht kontrollieren lassen. Dann ist nämlich "Auto-Licht-Tag", an dem die Polizei die Beleuchtung an Fahrzeugen ohne Licht-Test-Plakette überprüft. Stimmt was nicht, gibt´s eine Mängelkarte mit Reparatur-Auflage.

Quelle: RP
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