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Mönchengladbach
Warum sich Sparkasse und Santander um das Rot streiten

Mönchengladbach. Gerichte in Hamburg und München beschäftigt ein Farbstreit zweier Banken, der nirgends so folgenreich ist wie in Gladbach: Die Santander-Bank und die Sparkasse streiten sich um das sehr ähnliche Rot in ihrem Logo. Nun muss sich das Bundespatentgericht mit dem Fall beschäftigen. Von Ralf Jüngermann

Dort hat sich Santander beschwert, dass die Sparkassen ihr Rot durch Eintragung beim Deutschen Patent- und Markenamt haben schützen lassen. Damit dürfte die spanische Bank nicht mehr mit dem Signalrot für sich werben. Beide Banken argumentieren damit, das Rot seit langem zu verwenden. Die Sparkassen nutzen seit Jahrzehnten den Farbton mit der Bezeichnung HKS 13 und sind der Überzeugung, dass eine andere Bank auch ähnliche Töne nicht für die eigene Werbung verwenden darf. Wie ähnlich das Santander-Rot ist, zeigt schon die Bezeichnung: Sie lautet HKS 14, ist also nur minimal anders als die Sparkassen-Farbe. Santander erklärt, dieses Rot schon seit Ende der 80er Jahre weltweit zu verwenden.

Nun wird der Rechtsstreit zwar nicht in Mönchengladbach, sondern in Hamburg ausgetragen. Dort treffen sich Santander und der Dachverband aller Sparkassen, der Deutsche Sparkassen- und Giroverband, inzwischen vor dem Oberlandesgericht. Doch nirgends wird das Problem wohl offensichtlicher als in Mönchengladbach. Während die Sparkasse im Bayerischen Wald vielleicht gelassen auf das Rot einer spanischen Bank reagieren mag, sieht sich die hiesige Sparkasse am Deutschland-Sitz der Santander ständig dem Rot gegenüber. "Unser Rot gehört seit jeher zu unserer Identität und macht uns unverwechselbar. Insofern sind wir nicht glücklich darüber, wenn sich eine andere Bank aus der breiten Farbpalette bis auf eine Nuance genau dieses Rot aussucht", sagte Sparkassen-Vorstand Hartmut Wnuck gestern auf Anfrage der RP. Bei Marken sei schließlich die Farbe ein elementarer Bestandteil. Insofern könne die Mönchengladbacher Sparkasse gut nachvollziehen, dass der Dachverband gegen die Verwendung des Signalrots vorgehe.

Bis der Rechtsstreit ums Rot letztlich geklärt ist, dürfte noch eine Weile vergehen. 2009 trafen sich die beiden Banken erstmals in dieser Frage vor Gericht. Noch steht die Entscheidung des Oberlandesgerichts in Hamburg und nun auch des Bundespatentgerichts in München aus.

(RP/rl)
 
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