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Mönchengladbach
Wegen Betrugs mit Handy-Verträgen vor Gericht

Mönchengladbach. Gemeinschaftlichen Betrug in drei Fällen warf die Staatsanwältin einem 18-jährigen Angeklagten und einer 19 Jahre alten Frau vor. Die beiden Mönchengladbacher zeigten sich auch sofort geständnisbereit. Sie schilderten, wie sie sich im Tatzeitraum vom 1. Februar vergangenen Jahres bis zum 1. April 2015 mit Handyverträgen und anschließenden Verkäufen der Handys auf betrügerische Weise Geld verschafft hatten. Von Ingrid Krüger

Er sei damals mit seinem 21-jährigen Freund abends in der Stadt unterwegs gewesen. Sie lernten damals die Mitangeklagte kennen, die obdachlos und ohne Geld war. Sie durfte in der Wohnung des Freundes übernachten. Am nächsten Tag fassten die drei den gemeinsamen Tatplan. Sie schickten die junge Frau an der Hindenburgstraße in einen Handyshop. Sie legte dort ihren Ausweis vor und schloss einen Mobilfunkvertrag ab. Mit dem Handy kam sie wieder heraus. Im An- und Verkauf versetzte das Trio anschließend das Handy. Man habe etwa 400 Euro bekommen und das Geld sogleich geteilt, waren sich beide Angeklagte und der Freund sicher.

Später schickten die jungen Männer die obdachlose Frau noch einmal los. Sie unterschrieb bei Vodafone einen Handyvertrag und kam mit einem IPhone heraus. Das wollte der 21-Jährige für 450 Euro an einen Kollegen verkaufen. Aber die beiden Angeklagten sahen nichts von dem Geld, so berichteten sie im Gerichtssaal. "Ich hab sie nicht mehr gesehen. Das Geld hab ich natürlich ausgegeben. Sollte das Geld bei mir vergammeln?", erinnerte sich der 21-Jährige gestern im Gerichtssaal in seiner Aussage. Der Zeuge ist bereits verurteilt worden. Einen dritten Handyvertrag bestritten alle drei. "Es gibt nur zwei Fälle. Und von dem zweiten haben wir kein Geld gesehen", versicherten die beiden Angeklagten.

Der Vertreter der Jugendgerichtshilfe empfahl für beide Mönchengladbacher die Anwendung von Jugendstrafrecht. Der 18-Jährige würde jetzt eine Ausbildung in einem Elektrobetrieb beginnen. Die 19-Jährige ist nicht mehr obdachlos und wird vom Jobcenter betreut.

Am Ende gab es für den dritten Betrugsfall einen Freispruch. Den 18-Jährigen verwarnte der Jugendrichter wegen gemeinschaftlichen Betruges. Außerdem muss er eine Geldbuße von 180 Euro an die Jugendgerichtshilfe zahlen. Die 19-jährige Frau wurde wegen Betruges in zwei Fällen ebenfalls verwarnt. Sie muss 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Werden Auflagen nicht erfüllt, droht Arrest.

Quelle: RP
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