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Mönchengladbach
Wegen Betrugs und Urkundenfälschung vor dem Landgericht

Mönchengladbach. Fünf Mönchengladbacher sollten am Freitag in Saal A 100 vor der Ersten Großen Strafkammer des Landgerichts auf der Anklagebank Platz nehmen. Tatsächlich erschienen aber nur vier Männer. Einer von ihnen wurde von den Justizwachtmeistern aus der Untersuchungshaft in den Saal gebracht. Von Ingrid Krüger

Dann musste die Staatsanwältin eine umfangreiche Anklage verlesen. Die Männer, die 23, 34, 35 und 37 Jahre alt sind, sollen sich gemeinschaftlich des bandenmäßigen Betruges, der Urkundenfälschung und des Handels mit Falschgeld schuldig gemacht haben. Zwischen Januar 2015 und Februar 2017 sollen die Angeklagten in unterschiedlicher Beteiligung gemeinschaftlich handelnd Kredite an Personen vermittelt haben, die bei wahrheitsgemäßen Angaben nie einen Kredit erhalten hätten.

Dabei soll es sich vor allem um Personen gehandelt haben, die noch nicht lange in Deutschland lebten. Die Männer sollen Gehaltsmitteilungen und Kontoauszüge gefälscht und diese Anträge verschiedenen Kreditinstituten vorgelegt haben, so die Anklage. Dabei sollen sie die Kreditnehmer zur Abhebung der Gelder begleitet und von diesen Provisionen in Höhe von 30 bis zu 35 Prozent erhalten haben. Die Staatsanwältin verlas gestern 14 Fälle. Insgesamt 350.000 Euro sollen beantragt worden sein. Aber nur 160.000 Euro seien tatsächlich ausgezahlt worden. Aus der Liste der Anklageschrift war deutlich zu erkennen, dass die Betrugsmasche der Angeklagten 2017 nicht mehr funktionierte. Hinter den Geldsummen der Kredite stand dann jeweils der Vermerk: "Nicht ausgezahlt."

Doch die Staatsanwältin musste gestern noch weitere Vorwürfe der Anklage vortragen. Der 34-jährige Angeklagte, der aus der Haft in den Gerichtssaal geführt worden war, soll außerdem mit Falschgeld und gefälschten lettischen Führerscheinen gehandelt haben. So soll auch Falschgeld in einem Mönchengladbacher Kiosk gelandet sein. Einer dieser falschen Führerscheine soll einer Verkehrskontrolle vorgelegt worden sein. Nach der Verlesung der Anklage erklärten sich die vier Männer bereit, am Montag, dem zweiten Prozesstag, zur Sache auszusagen.

Ausführlich schilderte gestern der 34-jährige Angeklagte seinen Lebenslauf. Er sei im Irak geboren. Nach einem vierjährigen Schulbesuch habe er als 17-Jähriger den Irak verlassen und 2001 in Deutschland Asyl beantragt. Später sei er spielsüchtig geworden. Doch 2013 habe er seine neue Frau kennengelernt und mit ihrer Hilfe die Zockerbranche verlassen. Für den Prozess vor der Ersten Strafkammer sind acht Termine geplant.

Quelle: RP
 
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