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Mönchengladbach
Wegen schweren Raubes vor Gericht

Mönchengladbach. Zu Prozessbeginn waren zwei Grevenbroicher, 26 und 20 Jahre alt, vor der Ersten Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts wegen schweren Raubes angeklagt. Die Staatsanwaltschaft warf den Angeklagten vor, am 23. Februar 2011 in Grevenbroich am Elfgener Weg in eine Wohnung eingedrungen zu sein und dort den Bewohner (25) beraubt zu haben. Zu dritt sollen sie sich damals Zugang zu der Wohnung verschafft und dabei eine Playstation, zwei Mobiltelefone und etwa 200 Euro erbeutet haben. Von Ingrid Krüger

Bald stellte sich im Gerichtssaal heraus, dass der 20 Jahre alte Grevenbroicher im Februar 2011 nur an der Wohnungstür des Opfers gestanden hatte und sich offensichtlich an dem Raub in der Wohnung nicht beteiligt hatte. So musste er von da an im Prozess nur noch als Zeuge auftreten.

Gestern sollte sich der 25-jährige Grevenbroicher, das Opfer des Raubes, an den Überfall durch drei Männer erinnern. Sogleich beteuerte der offenbar noch immer verängstigte Mann: "Das ist jetzt fünf Jahre her. Ich will keinen Stress mit denen. Zu dritt waren sie in der Wohnung. Einer hat die Tür aufgemacht, dann kamen noch zwei herein". Kurz vorher sei er von einem der Täter auf dem Handy angerufen worden. "Kannst du uns Gras (Marihuana) besorgen?", sei er gefragt worden. "Nein, ich hab nichts, ich verkauf nichts", habe er geantwortet. Aber die hätten gewusst, dass er manchmal Marihuana konsumiere. Die jungen Männer seien kaum in der Wohnung gewesen, da hätten sie auch schon losgelegt. "Einer hat mir gleich eine reingehauen. Ich habe mein Portemonnaie aus der Hosentasche geholt. 270 Euro wurden mir gestohlen", erinnerte sich der Zeuge.

Einer der Eindringlinge habe ihm einen verrosteten Gegenstand an den Hals gehalten und ihn damit bedroht, so der 25-Jährige im Gerichtssaal. "Wiederbekommen habe ich nichts", bedauerte der Grevenbroicher. Doch Tage später sei einer der Täter vorbeigekommen und habe sich entschuldigt. Aber das erbeutete Geld sei schon ausgegeben. Doch das Opfer war nur froh, "dass die mich in Ruhe lassen". Mehrere Zeugen, die am ersten Prozesstag dem Gerichtssaal fern geblieben waren, wurden gestern von der Polizei zum Gericht gebracht, so auch der 25-Jährige. "Ich hab zur Zeit selbst so viele Probleme, hab zu spät an den Termin gedacht", entschuldigte sich der Mann. Schließlich meinte der Grevenbroicher kleinlaut: "Und das Geld für die Rückfahrt brauche ich auch".

Am Ende beschloss die Erste Strafkammer gestern, den Prozess am 11. April fortzusetzen. Weitere Zeugen sollen an dem Tag zu dem Raub in Grevenbroich aussagen.

Quelle: RP
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