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Mönchengladbach
Wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs vor Gericht

Mönchengladbach. Ohne erkennbare Gefühlsregung saß der Angeklagte (28) gestern in Saal A 32 vor dem Mönchengladbacher Jugendschöffengericht. Schweren sexuellen Missbrauch soll er 2011 an einem damals zehnjährigen Mädchen begangen haben. Eine solche Straftat ahndet der Gesetzgeber immerhin mit Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Von Ingrid Krüger

Der Neusser sagte zunächst nur einen Satz: "Ich bin es nicht gewesen". In der Wohnung der Grevenbroicherin habe er das damals zehnjährige Kind getroffen, an dem er sich vergangen haben soll. Das kleine Mädchen besuchte damals in Grevenbroich, seine Tante - die Schwester seiner Mutter. Ja, er sei mit dem Kind ein paar Minuten allein gewesen, gab der Angeklagte zu. "Aber passiert ist da nichts", beteuerte der Mann im Gerichtssaal.

Doch die Tochter hatte sich vor drei Jahren ihrer Mutter anvertraut. "Mit mir hat jemand etwas Böses getan, aber das darf ich nicht sagen", hatte ihr das weinende Kind berichtet, so die 31-jährige Hausfrau in ihrer gestrigen Zeugenaussage. "Das hat doll wehgetan, was der mit mir gemacht hat", hörte die entsetzte Mutter und reagierte sofort. Sie ließ sich von einer Anwältin beraten, ging noch am nächsten Tag zur Polizei und erstattete Anzeige. Ihr Kind habe sich seitdem sehr verändert, werde von Alpträumen geplagt, so die Mutter. Es sei verschlossen und ängstlich geworden.

Als das Mädchen im Gerichtssaal ihre Zeugenaussage machte und dem Angeklagten gegenüberstand, bestätigte das Mädchen die Anklage. Damals sei sie in Grevenbroich zuerst auf einem Spielplatz gewesen und dann in der Wohnung der Tante gelandet. Erst habe man zusammen gespielt, dann sei das passiert, hatte sich das Kind erinnert. Der Mann habe dunkle Haare, trage eine Brille und ein bisschen Bart, habe das Kind damals erklärt. Doch der Zeugenauftritt im Gerichtssaal endete gestern unerwartet. Das Opfer erkannte den Mann auf der Anklagebank nicht.

Eine Diplompsychologin war allerdings dagegen in ihrem Glaubwürdigkeitsgutachten überzeugt: "Das Mädchen hat in ihrer Aussage tatsächliches Erleben geschildert. Das Kerngeschehen hat das Mädchen in mehreren Aussagen immer wieder konstant beschrieben".

Danach beschloss das Jugendschöffengericht, den Prozess am 20. Mai im Saal A 32 mit weiteren Zeugen fortzusetzen.

Quelle: RP
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