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Mönchengladbach
Weiter Hickhack um den Schillerplatz

Mönchengladbach: Weiter Hickhack um den Schillerplatz
oben: So soll der Schillerplatz einmal aussehen - wenn er dann mal fertig werden sollte. FOTO: 3+ Freiraumplaner
Mönchengladbach. Das Kriegerdenkmal macht Probleme. Genauer: seine Statik und die Notwendigkeit, es während der Bauphase umzusetzen. Vorher hatte ein unterirdischer Wassertank für Verzögerungen gesorgt. Jetzt das. Die Bürger sind sauer. Von Inge Schnettler und Thomas Grulke

Schon wieder ist ein neues Kapitel in der Endlosgeschichte "Der Schillerplatz und sein Umbau" aufgeschlagen worden. Eigentlich sollten die Arbeiten bereits im Sommer 2014 beginnen. Dann im Herbst 2014. Dann fand sich - oh Schreck und Verwunderung - ein Löschwasserbehälter unter dem Platz. Von dem wussten fast alle, die Verwaltung leider nicht. Ende Februar dieses Jahres ließ die Stadt den Tank mit 500 Kubikmetern Dämmmasse aus Trockenpulver füllen. Die musste schön austrocknen und verhärten. Und nach dem Greta-Markt sollte es losgehen. Sofort. Unausweichlich.

So sollen Gladbachs Plätze aussehen FOTO: Otten

Greta ist Vergangenheit, passiert ist seitdem nichts. Auf jeden Fall nicht auf dem Schillerplatz. Weil - so teilte die Stadtverwaltung jetzt mit - sich bei der detaillierten Ausführungsplanung neue Herausforderungen ergeben hätten, für die nun passende Lösungen gefunden werden müssen. Der Kostenrahmen von 335 000 Euro dürfe dabei selbstverständlich nicht gesprengt werden. Diesmal ist es das Kriegerdenkmal, das an gefallene Soldaten des 1. Weltkriegs erinnert. Dem Fachbereich Tiefbau und Stadtgrün würden dessen Statik und das Umsetzen großes Kopfzerbrechen bereiten. Der allerletzte Satz der städtischen Pressemitteilung macht vollends stutzig. Er lautet: "Die Umbauarbeiten sind inzwischen ausgeschrieben, die Bewerbungsphase läuft bis Ende Juli."

Wie? Was? Ausgeschrieben? Bewerbungsphase? Hätte die Stadt tatsächlich mit dem Umbau am 6. Juli - unmittelbar nach dem Greta-Markt - beginnen wollen, hätte die Ausschreibung längst abgeschlossen sein müssen. Hätte, hätte. Fakt ist: Die Arbeiten beginnen in zwei Monaten, heißt es jetzt. Also September. Die Menschen im Viertel sind enttäuscht. Die von der Initiative Gründerzeitviertel besonders. So intensiv haben sich alle um die neue Gestaltung gekümmert. Und warten, warten, warten. "Eigentlich wollten wir im November einen Martinszug auf dem Schillerplatz veranstalten", sagt Philipp Molitor von der Initiative. Daraus wird nichts. Die Stadt rechnet mit drei Monaten für den Umbau. Der wäre dann im Dezember fertig. Oder?

Seit 2012 hatten sich die Initiative, Politik und Verwaltung sowie das Kompetenzzentrum Social Design der Hochschule Niederrhein mit der Umgestaltung des großen Quartiersplatzes befasst. Das Aachener Fachplanungsbüro 3+Freiraum-planer unter der Leitung von Professor Norbert Kloeters wurde von der Stadt beauftragt, einen Entwurf zu machen. Dieser sah eine idyllische Parkanlage vor und war auf einer Bürgerversammlung auf wenig Gegenliebe gestoßen.

Der überarbeitete Entwurf sieht so aus: Die ovale Freifläche des Schillerplatzes, die genügend Raum für Feste und Veranstaltungen bietet, soll von Bäumen und einer wassergebundenen Oberfläche eingerahmt werden. Die Außenmauern werden entfernt, nur an der Kaiserstraße bleibt die Begrenzung bestehen. Diese wird den Bürgern auf ihrer gesamten Länge als Sitzgelegenheit zur Verfügung stehen. Zudem soll eine Skulptur aus Natursteinblöcken, die ebenso als Bank zum Verweilen genutzt werden kann, in den zentralen Bereich hineinragen.

Das rötliche Klinkerpflaster bleibt ebenso wie das Kriegerdenkmal. Zudem werden Mastleuchten an den Eckpunkten des Platzes Licht spenden. Mit diesem Vorschlag und auch mit der Aussicht, dass die Humboldtstraße auf der Höhe des Café Van Dooren für den Verkehr gesperrt wird, um eine Außengastronomie zu ermöglichen, zeigten sich die Bürger bei der letzten Präsentation sehr zufrieden. Und müssen jetzt schon wieder ganz viel Geduld aufbringen.

Quelle: RP
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