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Mönchengladbach
Welcher Baum darf's denn sein?

Mönchengladbach: Welcher Baum darf's denn sein?
Biobauer Reiner Brungs zeigt zwei Bio-Bäume. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Bio-Gewächse, die klassische Hollywood-Tanne, Blaufichte mit Duft, Nobilis-Tanne mit Nicht-Riesel-Garantie - die Weihnachtsbaum-Verkäufer in der Stadt bieten nahezu alles an - neuerdings auch echte Bäume zum Mieten. Von Simone Krakau

Ob direkt vom Landwirt, der Gärtnerin, dem Baumarkt, beim Online-Händler oder gar als Leihgabe - Weihnachtsbäume kriegt man mittlerweile praktisch überall. Unterschiede gibt es dennoch. Der beliebteste Baum ist und bleibt aber die Nordmanntanne. Die pikt nicht, die nadelt kaum, und sie sieht auch noch schön aus, sagt Biobauer Reiner Brungs. Seit dem ersten Advent verkauft er Tannenbäume auf seinem Hof. Seine Tannen-Schar kommt von einem Biobetrieb aus dem Sauerland, dem größten Anbaugebiet. Die Bäume sind nicht gespritzt und nicht gedüngt. Pro Meter zahlt man 20 Euro.

Wer es unökologisch findet, einen Baum für die Weihnachtstage abzuholzen und danach auf den Müll zu werfen, der kann das Christbäumchen auch einfach mieten - das bietet der Hephata Garten-Shop am Dahler Kirchweg an. Denn hier werden "lebendige Weihnachtsbäume" verliehen - nach der besinnlichen Zeit geht es für den lebenden Christbaum dann wieder zurück in die Natur, im Baumschulquartier von Hephata. Dieses alternative Weihnachtsbaum-System bietet der Garten-Shop in diesem Jahr zum ersten Mal an. Die hauseigene Baumschulware wird den Kunden im Topf nach Hause geliefert, anbei gibt es gleich noch eine Pflegeanleitung. "Beim Leihen solch eines Baumes, kann wirklich jeder ein gutes Gefühl haben", sagt Betriebsstättenleiter Matthias Nickel. "Nach den Festtagen wird der Baum wieder bei uns auf dem Gelände eingepflanzt." Wahlweise könne man den Baum auch behalten und selbst einpflanzen. Neben der klassischen Nordmanntanne findet man auch die etwas günstigere Rotfichte, die auch noch duftet. Die Frasier-Tanne ist eine klassische Hollywood-Tanne: Kompakt und dicht gewachsen, sehr gerade, so Nickel.

Auch im Lenders Gartencenter an der Gereonstraße warten noch viele Bäume auf ein neues Zuhause. Frisch geschlagen hat man hier die Qual der Wahl zwischen der Blaufichte, der Nobilis-Tanne und der klassischen Nordmanntanne. Wer Wert auf einen intensiven Tannengeruch lege, solle sich für die Blaufichte entscheiden, erklärt Gärtnermeister Martin Wenner. "Allerdings sind die Nadeln stachelig und halten nicht sehr lang." Die Nobilis-Tanne hingegen riesele erst gar nicht: "Sie zieht ihre Nadeln zusammen, ohne sie zu verlieren." Auch wenn sich das fast nach der einfachsten und saubersten Weihnachtsbaum-Methode anhört, entscheiden sich Kunden dennoch meist für die Nordmanntanne. "Die Nobilis deckt sich nicht so sehr mit der Wunschform der Kunden."

Dennoch könne man jeden Baum auch richten: "Egal wie schief der Baum ist, mit einem Ständer, der einen Drahtseilzug hat, kriegt man den Baum grade." Beim Kauf eines Baumes wird dieser direkt frisch angeschnitten, so dass gewährleistet wird, dass er genügend Wasser aufnehmen kann. Den Speicher des Ständers könne man dann ganz einfach mit Wasser füllen. Auch diese Tannen kommen alle aus dem Sauerland oder aus der Eifel. "Wir legen Wert auf die regionale Nähe und Frische."

Auch wenn die meisten Leute sich für eine prachtvolle Tanne mit dichten Zweigen entscheiden, gebe es aber immer noch solche, die sich aus "Mitleid" für den weniger schönen Baum entscheiden. "Noch vor ein paar Tagen hat eine Frau sich bewusst für einen eher unförmigen Baum entschieden und war glücklich damit", so Brungs. Wer aber den Ferrari unter den Bäumen sucht, sollte sich nun beeilen. "Viele Bäume haben wir nicht mehr", sagt der Biobauer. "Die Leute haben in den vergangenen Tagen richtig zugeschlagen, und das geht jetzt in den nächsten Tagen auch noch so weiter."

Quelle: RP
 
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