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Weltbekannte Spatzen in Hermges

Weltbekannte Spatzen in Hermges
Vor rund 450 Gästen sangen die Regensburger Domspatzen Klassiker wie "Laudate pueri" und "Ave Maria". FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. Der berühmte Chor aus Bayern war für einen Tag zu Besuch in Gladbach. Auf dem Katholikentag knüpfte Pfarrer Norbert Kaniewski den Kontakt zu den Regensburger Domspatzen, die schon vor Papst Benedikt auftraten. Von Daniela Giess

Vermutlich liegt es am Alter, dass die talentierten Nachwuchssänger der Regensburger Domspatzen am Abend in der Pfarrkirche St. Josef überhaupt noch genug Puste hatten, um vor 450 Zuhörern aufzutreten. Ein bisschen macht es aber auch die Routine - ein paar Minuten einsingen und ab auf die Bühne. Pardon, die Kanzel. Denn der Terminkalender der insgesamt 63 Jungen aus Süddeutschland ist pickepackevoll.

Als sie das abgedunkelte Kirchenschiff betraten, war das Publikum aus Mönchengladbach sofort begeistert. Mit einem "guten Miteinander" eröffnete Pfarrer Norbert Kaniewski das einhalbstündige Konzert, bei dem die Akteure unter anderem Klassiker wie "Laudate pueri", "Ave Maria", "Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz" oder auch "Jerusalem, Freude ward dir verheißen" anstimmten.

Am Vortag waren die Mitglieder des weltberühmten Knabenchors, der von Domkapellmeister Roland Büchner geleitet wird, noch im Rahmen ihrer großen Herbstkonzertreise in der Schweiz gewesen. Ehe der blaue Tourneebus am Pfarrheim parkte, hatten die Kinder und Jugendlichen schon zwei wichtige Sehenswürdigkeiten der Stadt erkundet: den Borussia-Park und die Kletterkirche in Waldhausen. "Das hat uns sehr gut gefallen", sagt Jonas Wenzel. Der junge Mann, einst selbst Mitglied des Chors, ist zum Reiseleiter der Regensburger Domspatzen ernannt worden.

Im Chor selbst darf er nicht mehr singen, dafür ist Wenzel schon ein bisschen zu alt. Zwölf bis 14 Jahre alt sind die Jungen im Knabenchor, dem Männerchor gehören 16- bis 18-Jährige an.

Nach dem Konzert verteilte sich der Besuch aus Bayern auf die Gemeindemitglieder. Übernachtet haben sie nämlich in privaten Unterkünften. "Nur die Betreuer gehen ins Hotel", verriet Jonas Wenzel. Für Ausschlafen und ein gemütliches Langschläfer-Frühstück blieb allerdings keine Zeit, schon gestern Morgen reisten die Domspatzen weiter - nach Rheda-Wiedenbrück. Von dort geht es nach Emsdetten, Kevelaer und Madrid. Und dort werden sich die Zuhörer auf einen anspruchsvollen Liederreigen freuen dürfen - in der Vitusstadt jedenfalls bereiteten die Künstler ihrem Publikum einen stimmungsvollen Abend.

Ganz alltäglich ist der Besuch des weltbekannten Chores nicht. Wie so oft im Leben sind es die guten Kontakte, die den Auftritt in Gladbach ermöglichten. Beim Katholikentag in Regensburg lernte Pfarrer Kaniewski die Spatzen persönlich kennen und bat den Domkapellmeister, dessen Vorgänger der Kirchenmusiker Georg Ratzinger war - der Bruder des emeritierten Papstes Benedikt XVI - mit dem bekannten Knabenchor am Niederrhein Station zu machen. "Eine wichtige und schöne Sache", findet der Geistliche. Übrigens: Gäste aus Regensburg sind in Hermges nicht zum ersten Mal empfangen worden. In der Adventszeit 2014 trat der Nachwuchschor der Regensburger Domspatzen hier bereits auf, diesmal war es der "große Chor", der durch die Jugendlichen verstärkt wird. Fernsehauftritte, CD-Produktionen sowie ein Konzert vor dem damaligen Papst Benedikt in der Sixtinischen Kapelle in Rom im Jahr 2005 finden sich im gut gefüllten Terminkalender der Regensburger Domspatzen, die zu Hause in Bayern im Internat leben.

Viel Applaus belohnte die kleinen Sänger in Mönchengladbach. Bereits vor den Sommerferien startete der Vorverkauf für den Abend, wie Pfarrer Kaniewski sagte. Zusätzliche Stühle mussten aufgestellt werden, um allen Besuchern einen Platz zu bieten können.

Quelle: RP
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