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Mönchengladbach
Weltberühmte Clowns zu Besuch im Eli

Mönchengladbach: Weltberühmte Clowns zu Besuch im Eli
Die Kinder hatten viel Spaß mit "Patch" Adams (links) und Clownin Antoschka (recht mit Hut). Chefarzt Wolfgang Kölfen (Mitte) freute sich über den Besuch auf der Kinderstation im Elisabeth-Krankenhaus. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. "Patch" Adams, bekannt aus dem gleichnamigen Kinofilm, und Clownin Antoschka haben gestern das Krankenhaus aufgemischt. Von Saskia Nothofer

Die siebenjährige Angelina traute ihren Augen kaum. Aus den drei kleinen, roten Bällen, die sie in ihrer Hand hielt, wurde plötzlich ein großer. "Du kannst ja zaubern", lachte Clownin Antoschka sie an und schien im gleichen Moment kleine leuchtende Kugeln hinter den Ohren und aus den Hosentaschen des Mädchens zu ziehen. Die Kleine strahlte: "Das macht Spaß."

Auf der Kinderstation des Elisabeth-Krankenhauses in Rheydt herrschte gestern Ausnahmezustand. Denn der weltberühmte Clown "Patch" Adams, bekannt aus dem gleichnamigen Film mit Robin Williams in der Hauptrolle, war gemeinsam mit der seit 25 Jahren in Glehn lebenden Clownin Antoschka, die eigentlich Jekaterina Moschajewa heißt, zu Besuch bei den kleinen Patienten.

Während Antoschka die Kinder vor allem durch ihre Zaubertricks zum Staunen brachte, lachten die Kleinen schon beim Anblick von "Patch" Adams. Denn neben typischen Clown-Accessoires wie roter Nase, bunter Kleidung und riesigen Schuhen trug der weltbekannte Clown ein Huhn auf dem Kopf, eine Gabel als Ohrring und einen großen Plastikfisch in der Hand.

Hunter Doherty "Patch" Adams ist ein US-amerikanischer Arzt, der 1972 das "Gesundheit! Institute" gründete, in dem traditioneller Krankenhausalltag mit alternativer Medizin kombiniert wird. Jedes Jahr organisiert der 70-Jährige zudem eine Gruppe von freiwilligen Clowns, die gemeinsam die gesamte Welt bereisen, um Waisen, Kranken und allen anderen Hoffnung zu geben. "Stationen seiner Reisen sind auch Krisenregionen wir Syrien, der Irak und Afghanistan oder Länder, die von Naturkatstrophen zerstört wurden, wie etwa Haiti oder Nepal", sagt Moschajewa.

Moschajewa selbst wurde beim Moskauer Staatszirkus zum Clown ausgebildet, wo sie auch ihre Figur Antoschka schuf. Seit vielen Jahren tritt sie als diese auf und lernte so auch "Patch" Adams kennen, mit dem sie mittlerweile eng befreundet ist. Der gemeinsame Auftritt der beiden im Elisabeth-Krankenhaus freute auch den Chefarzt des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin Wolfgang Kölfen: "Der Besuch ist eine große Ehre für uns. Und wenn die kleinen Patienten nur für einige Zeit ihre Krankheit und ihre Umgebung vergessen können, ist ein wichtiger Beitrag zu ihrer Genesung schon gelungen", sagte er.

Und das sah man den Kindern an. Während einige den Clowns zwar eher schüchtern entgegentraten, hatten der sechsjährige Dajan und der neunjährige Karl überhaupt keine Berührungsängste. Sie zogen "Patch" an der Krawatte, spielten Luftballon-Fußball mit ihm und tobten durch ihr Zimmer. "Es war eine große Überraschung für uns, dass die Clowns heute gekommen sind", so die Mutter von Karl. "Sie kamen ganz spontan, die Kinder freuen sich sehr."

So war dann auch die Sprachbarriere, "Patch" Adams spricht fast nur Englisch, kein Hindernis für die gemeinsamen Späße, und sogar die Eltern mussten ran. "Du musst jetzt eine Goldmedaille im Tauchen holen", lautete etwa die Anweisung für Alex Storms, den Vater der elfjährigen Moa, die sich nicht so recht aus ihrem Bett traute, aber sagte, dass sie gerne tauchen geht. Und so legte sich Papa Alex mächtig ins Zeug: Nachdem der Clown ihm genau gesagt hatte, was zu tun ist, "tauchte" der Vater mit einem großen Sprung in ein leeres Bett im Zimmer.

Zum Schluss gab es noch ein kleines Highlight. Denn die Großen, also Ärzte, Krankenschwestern und Eltern mussten in die laut "Patch" Adams "größte Unterhose der Welt" steigen. Sechs Erwachsene machten es sich so in einem riesigen Baumwollhöschen bequem und veranstalteten eine kleine Parade, angeführt von "Patch" Adams, durch den Krankenhausflur. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatten die Gäste die Lacher der kleinen Patienten auf ihrer Seite.

Quelle: RP
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