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Mönchengladbach
Wenn Atemnot chronisch wird

Mönchengladbach: Wenn Atemnot chronisch wird
Schon bei leichten Tätigkeiten wie Treppensteigen oder Spazierengehen gerät der Betroffene außer Atem oder beginnt zu husten. FOTO: Kai Remmers/dpa
Mönchengladbach. Probleme beim Spazierengehen oder Treppensteigen? Dann könnte es sich um COPD handeln. Die Lungenerkrankung ist bundesweit auf dem Vormarsch. Heilbar ist sie nicht - aber gut zu behandeln. Von Angela Rietdorf

Die Daten der Kaufmännischen Krankenkasse KKH belegen: Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter der chronischen obstruktiven Lungenerkrankung, nach ihrer englischen Bezeichnung mit COPD abgekürzt. Bundesweit stieg die Zahl der Betroffenen unter den KKH-Versicherten in fünf Jahren um mehr als 20 Prozent. Nordrhein-Westfalen liegt mit einer Steigerung von 19,8 Prozent leicht unter dem Durchschnitt. Besonders stark fiel der Anstieg in Schleswig-Holstein mit 32 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern mit 28 Prozent aus.

In absoluten Zahlen bedeutet das, dass 2014 unter den KKH-Versicherten 88.262 unter COPD litten, davon in Nordrhein-Westfalen 18.165. Woher dieser Anstieg komme, sei schwer zu sagen, meint Michael Rohr von der Krankenkasse. "Wir wissen es nicht und wir wollen nicht spekulieren", sagt er.

Dabei ist die chronische obstruktive Lungenerkrankung durchaus bedrohlich und nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Lunge ist dauerhaft geschädigt und die Atemwege sind verengt. Schon bei leichten Tätigkeiten wie Treppensteigen oder Spazierengehen gerät der Betroffene außer Atem oder beginnt zu husten. Bei weiterem Fortschreiten der Krankheit kann die Atemnot sogar im Ruhezustand auftreten. Auch Auswurf beim Husten gehört zum Erscheinungsbild der Krankheit. Die Lungenkrankheit entsteht nicht plötzlich, sondern entwickelt sich allmählich. Oft werden die Beschwerden erst anderen Krankheiten wie Asthma oder Bronchitis zugeordnet oder für den scheinbar normalen Raucherhusten gehalten. Typische COPD-Symptome sind neben Atemnot oder Husten auch Geräusche beim Atmen wie Pfeifen oder Brummen. Meist entwickelt sich eine COPD aus einer chronischen Bronchitis.

Als Auslöser Nummer eins für die Krankheit gilt das Rauchen, da sich unter den Erkrankten viele Raucher befinden, aber auch Luftverschmutzung als Ursache wird diskutiert. Selbst Passivrauchen erhöhe das Risiko zu erkranken, erklärt Marco Funke vom Gladbacher KKH-Serviceteam. "COPD ist nicht heilbar", sagt er, "aber in jedem Fall gut behandelbar, um wieder ein aktives und genussvolles Leben führen zu können." Er appelliert an die Betroffenen, möglichst bei ersten Anzeichen einen Arzt aufzusuchen und mit dem Rauchen aufzuhören.

Zur Therapie von COPD gehört das Inhalieren von atemwegserweiternden Mitteln und Cortison. Die Inhalationstechnik sei entscheidend für die Wirkung, betonen die Experten der Krankenkasse. Schon kleine Fehler führten dazu, dass die Wirkstoffe die Bronchien nicht erreichten. "Nehmen Sie sich deshalb viel Zeit, die Technik genau zu erlernen", appellieren sie an die Betroffenen. Die KKH hat Informationen zu COPD in einer Broschüre zusammengefasst und diese auf ihrer Homepage unter Kontakt & Services zum Download bereitgestellt.

Quelle: RP
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