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Mönchengladbach
Wenn die Nase mit der Lüge wächst

Mönchengladbach. Das Theater Liberi gastierte in der KFH mit dem Musical "Pinocchio". Den Kindern gefiel die lebenshungrige Holzpuppe. Von Angela Wilms-Adrians

Die Kinder staunten nicht schlecht: Mit jeder Lüge wurde Pinocchios Nase ein Stückchen länger. Da mussten die kleinen Zuschauer in der Kaiser-Friedrich-Halle doch kichern, obwohl ihnen der kleine Lügenbaron in dem Moment vielleicht auch ein wenig leidtat. So fieberten sie während der Aufführung des Musicals "Pinocchio" mit der hölzernen Puppe, die nach vielen Abenteuern und Gefahren schließlich ein richtiger Junge wird. Wenn es richtig spannend wurde, waren alle andächtig still, schauten mit großen Augen und manchmal auch staunend offenem Mund, und dann drückte manches Kind sein Kuscheltier ein bisschen fester an sich.

In Helge Fedders Inszenierung von Carlo Collodis Geschichte über die berühmteste Holzpuppe der Welt setzt das Ensemble des Theater Liberi auf viele, meist fröhliche Lieder. Nur der arme Holzschnitzer Gepetto (Rick Middelkoop) klagt im Lied sein Leid über die Unvernunft des hölzernen Helden. Er hat es wirklich nicht leicht, mit der Puppe, die er aus Pinienholz schnitzte. Die lässt sich von falschen Freunden verführen, schlägt die Warnungen der Grille (Elisa Pape) in den Wind und glaubt den bösen Dieben Kater und Fuchs, dass eingegrabene Taler zum Geldbaum wachsen.

Mit Eigenkompositionen und flotten Melodien hat das Musikerduo Christoph Kloppenburg und Hans Christian Becker einen genreübergreifenden Sound für die vielen Lieder geschrieben. Zu mitreißenden Choreographien tanzen Pinocchio und seine Freunde über die Bühne. Die schöne Blaue Fee (Jana Flaccus) trägt ein märchenhaft glitzerndes Kleid, und die Puppen des Feuerfressers sind herrlich bunt. Hauptdarsteller Maik Dehnelt gibt den Pinocchio als lebenshungrigen, neugierigen, oft auch eigensinnigen und doch liebenswerten Jungen.

Die siebenjährige Anela, die mit ihrer Oma und der jüngeren Schwester Loana gekommen war, mochte ihn gern: "Der Pinocchio lügt, aber er ist trotzdem nett." Sie fand alles schön - die Handlung, die Lieder, auch das Bühnenbild. Da Anela die Geschichte bereits kannte, wusste sie, dass alles ein gutes Ende haben wird. Da hatte sie Jana (7) etwas voraus. "Das ist spannend", sagte sie zum Nicken ihrer Familie. Sie hatte genau gehört, dass Fuchs und Kater dem Pinocchio das Geld stehlen wollen, das er dem armen Gepetto geben soll.

Quelle: RP
 
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