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Mönchengladbach
Wenn ein lettischer Chor im Drogeriemarkt singt

Mönchengladbach. Der Chor singt. Mitten im Drogeriemarkt am Nordpark erklingt ein lettisches Volkslied. Es ist fröhlich, die Freude überträgt sich auf die Zuhörer, auch wenn diese nicht mehr als das internationale "Fideralala" verstehen. "Wir Letten sind ein Volk von Sängern", sagt Vita Kalnina, Mitglied im Chor Ramtai, einem lettischen Chor aus Gladbach. Die Freude am Gesang teilt der Chor - jeden Sonntagnachmittag treten die Sänger im Altenheim Eicken auf. Meist begeistern sie die Besucher mit deutschen Volksliedern. "Bei vielen alten Menschen kommen dann die Erinnerungen hoch", sagt Nadina Jestela. "Die Augen fangen an zu leuchten, und sie hören zu oder singen mit." Der Chor mit seinen etwa 20 Mitgliedern nennt sich Ramtai, was so viel wie Simsalabim bedeutet - ein magisches Wort, das Zauberhaftes bewirken kann. Von Angela Rietdorf

Für ihr kulturelles, soziales und ehrenamtliches Engagement wurden die Sänger - fast ausschließlich Letten, die aus der gesamten Region zusammenkommen, verstärkt durch ein deutsches Mitglied - jetzt ausgezeichnet. Sie erhielten den DM-Preis "Helfer-Herzen", der mit 1000 Euro dotiert ist. "Mit dem Geld werden wir erst mal mit den Senioren Kaffee trinken und Kuchen essen", freut sich Jestela. Chorkleidung möchten sich die Sänger außerdem zulegen.

20 Initiativen, Projekte, Vereine und Einzelpersonen aus der Region konnten sich über die Helfer-Herzen-Auszeichnung freuen. Aus Gladbach wurden etliche Einrichtungen für preiswürdig befunden. Zum Beispiel die Initiative "Suppentanten und -onkel", die seit anderthalb Jahren von Herbst bis Frühjahr Obdachlose samstags mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Begonnen hat alles mit fünf oder sechs Frauen und der Hilfe für einen Wohnungslosen am Gladbacher Hauptbahnhof. Inzwischen sind mehr als 200 Helfer aktiv, versorgen samstags am Platz der Republik zwischen 150 und 200 Bedürftige und planen eine weitere Ausgabestelle in Rheydt. "Wir kochen 50 Liter deftigen Eintopf, dazu gibt es zehn Kilo Würstchen, Brötchen, aber auch Obst und Kaffee", erklärt Initiatorin Iris van Montfort-Eickhoff. Viele der verwendeten Lebensmittel werden von Discountern oder Metzgern gesponsert, aber es muss natürlich auch zugekauft werden. Dafür soll das Preisgeld ebenso verwendet werden wie für Ausrüstungsgegenstände wie Thermoskannen oder Warmhaltegefäße.

Insgesamt 20.000 Euro schüttet die Drogeriemarktkette am mittleren Niederrhein somit aus. Etwa auch an den Verein "Achtsam", der Hilfe für Menschen mit Autismus anbietet, Waldhaus 12, das den Margarethengarten betreibt, aber auch an Privatpersonen.

Quelle: RP
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