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Mönchengladbach
Wenn es die Spritze nur gegen Bares gibt

Mönchengladbach: Wenn es die Spritze nur gegen Bares gibt
Das Gesundheitsamt hatte mehr als 1800 Patienten der Ärztin aufgefordert, sich vorsorglich auf Infektionen untersuchen zu lassen. FOTO: AP, AP
Mönchengladbach. Die Ärzte haben's schwer, das weiß jeder. Wegen der unausgegorenen Gesundheitsreform mit all ihren Schwachpunkten. Doch Not macht bekanntlich erfinderisch. So gibt es inzwischen Arztpraxen, die ihren Patienten eine so genannte "Selbstzahlersprechstunde" anbieten. Von Dirk Richerdt

Wer die in Anspruch nimmt, zahlt für Beratung, Diagnose und Behandlung aus eigener Tasche. Als ob die gesetzlich Versicherten nicht schon genug an Versicherungsbeiträgen Monat für Monat entrichten.

Als unlängst der Patient Peter L. nach einem Bandscheibenvorfall und erster Behandlungsreihe weiterhin über Schmerzen klagte, verwies der behandelnde Orthopäde auf die lausige "Flatrate" von 23,95 Euro, die er als Arzt für L. im Quartal überhaupt abrechnen darf. Davon könne er eine umfassende Behandlung nicht mehr bestreiten, entschuldigte sich der Facharzt.

"Durchschnittlich können wir Ihnen nur noch drei Behandlungstermine pro Quartal anbieten, um die steigende Menge der Patienten in der gesetzlichen Sprechstunde behandeln zu können", teilt die Praxis auf einem Merkblatt an ihre Patienten mit. Die praktische Auswirkung dieser Entscheidung bekam Peter L. ziemlich schmerzhaft zu spüren. Die dringend erbetene Schmerzbehandlung mittels einer Spritze musste der Rückenkranke privat zahlen. Korrekt händigte ihm die Sprechstundenhilfe eine Quittung über zehn Euro aus.

Expertenrat: Der KV melden

"Das ist illegal", meint dazu Dr. Arno Theilmeier, Mönchengladbacher Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Er empfiehlt Betroffenen, solche Vorgänge umgehend an die KV Nordrhein in Düsseldorf zu melden. Mit entsprechenden Belegen in Kopie. Nur gibt es da ein weiteres Problem: Die Kassenärztliche Vereinigung in Düsseldorf ist telefonisch nur schwer erreichbar. Auch ein Ärgernis, mit dem das Ehepaar L. zu tun bekam.

Quelle: RP
 
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