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Mönchengladbach
Wenn Mama lernt, macht Lernen Spaß

Mönchengladbach: Wenn Mama lernt, macht Lernen Spaß
Rainer Bonhof (r.) übergab gestern im Namen der Borussia-Stiftung einen Spendenscheck in Höhe von 7400 Euro. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Dank einer Spende der Borussia-Stiftung können "Mama lernt Deutsch" und das "Rucksack-Programm" fortgeführt werden. Von Marei Vittinghoff

"Hebt jetzt das rechte Bein und dann das linke Bein", sagt Gabriele Elschenbroich freundlich. In ihren Händen hält sie eine kleine Pappfigur, deren Gliedmaßen sich in alle Richtungen bewegen lassen. Auch die Frauen, die vor ihr an einem Gruppentisch in dem Klassenzimmer der Gemeinschaftgrundschule Schulstraße sitzen, haben so eine Figur vor sich liegen. Da gerade das Thema "Bleib gesund" gesprochen wird, hat Elschenbroich die Pappfiguren in der letzten Stunde mit den Frauen gebastelt, um nun anhand von Wort- und Bewegungsspielen zu zeigen, wie welches Körperteil heißt. Einmal in der Woche treffen sie sich hier vormittags zum Sprachkurs "Mama lernt deutsch", ein weiteres Mal, um im "Rucksack-Programm" mit Elschenbroich zusammen Konzepte zu entwickeln, wie sie ihre Kinder beim Lernen zuhause sowie im Alltag kreativ unterstützen können. Denn obwohl die Frauen aus neun verschiedenen Nationen stammen, eint sie vor allem eines: Sie alle haben ein Kind in der ersten oder zweiten Klasse der Gemeinschaftsgrundschulen Schulstraße und Pesch.

Schon seit mehreren Jahren führen die beiden Grundschulen die europaweit anerkannten Programme zur Sprachförderung und Elternbildung durch, die von der Arbeitsstelle für interkulturelle Bildung und Integration in Mönchengladbach (ABI) im Fachbereich Schule und Sport organisiert werden. Dafür, dass das auch in Zukunft so bleiben kann, sorgte nun die Borussia-Stiftung mit einem Spenden-Scheck in Höhe von 7400 Euro. "Flüchtlingskinder tun sich meist einfacher, sich einzufinden. Für Erwachsene, die schon ein bewegtes Leben hinter sich haben, ist das da schon wesentlich schwerer", so Rainer Bonhof bei der Übergabe.

Im Deutschkurs lernen die Mütter neben der Grammatik zunächst, wie sie Elternbriefe und Stundenpläne verstehen oder Gespräche mit Lehrern führen können. "Das Ziel ist es, so viel wie möglich zu sprechen, um die Hemmschwelle abzubauen und das Selbstbewusstsein zu stärken", erklärt Elschenbroich. Der anschließende Rucksack-Kurs, an dem auch deutsche Mütter teilnehmen können, greift Themen rund um Deutschland und das Schulsystem auf - aber auch praktische Übungen wie das gemeinsame Einkaufen im Supermarkt spielen eine Rolle. 15 Minuten pro Tag sollen die Mütter dann zuhause mit ihren Kindern üben, gerne in ihrer Herkunftssprache: Denn das Projekt soll nicht nur beim Deutschlernen helfen, sondern auch die Mehrsprachigkeit fördern. Das hat eine Vorbildfunktion: "Viele Kinder sind sehr stolz auf ihre Eltern", erzählt Elschenbroich. "Sie sehen: Mama lernt - und Lernen macht Spaß".

Quelle: RP
 
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