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Mönchengladbach
Wenn Regen zum Wettbewerbsvorteil wird

Mönchengladbach: Wenn Regen zum Wettbewerbsvorteil wird
Speziell im und um das Minto herum nutzten gestern zahlreiche Einkäufer - auf den Straßen waren auch viele niederländische Kennzeichen zu sehen - die Möglichkeit, sonntags einzukaufen. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Das Wetter beim verkaufsoffenen Sonntag in der Gladbacher City spielte dem Minto in die Karten - dort war der Andrang größer als erwartet. An den Enden der Fußgängerzone dünnte er hingegen aus. Das Citymanagement war trotzdem begeistert. Von Angela Wilms-Adrians

Der Andrang war groß und doch angenehm frei von Hektik, als das Citymanagement gestern zum ersten verkaufsoffenen Sonntag des Jahres einlud. Beim fünfstündigen Shopping mit vielen Möglichkeiten zum entspannten Flanieren und Schauen hatte allerdings das neue Einkaufscenter Minto eindeutig die Nase vorne und profitierte von der Neugierde. Zwischen den Eingängen zu den rund 100 Geschäften und Gastronomiebetrieben fanden sich die meisten Passsanten auf der Hindenburgstraße, während Einkäufer und Flaneure die auf vier Ebenen verteilten Geschäfte, Rolltreppen und Passagen gut füllten.

"Der Andrang ist größer als gedacht. Das Wetter ist für uns natürlich perfekt, da man hier überdacht einkaufen kann. Aber für die Hindenburgstraße tut mir das schon leid", kommentierte Centermanagerin Jessica Queißer den anfänglichen Regen vor den Türen. Sie verteilte Anmeldeformulare für die Minto-Karte, für deren kostenlosen Erwerb sich viele anstellten, um ein kleines Präsent zu ergattern.

Die Viersenerin Regina Heier war gekommen, um sich "heute ganz gezielt das Minto" anzusehen. "Sonst muss ich selbst an verkaufsoffenen Sonntagen in einem Viersener Geschäft arbeiten. Doch ab morgen habe ich Urlaub", sagte sie in freudiger Erwartung. Aus Viersen waren ebenso Marco Berger und seine Begleiterin angereist, die erstmals das Minto besuchten. "Mir gefällt es. Ich finde es toll. Wenn es nachher nicht in Strömen gießt, werden wir auch die Straße weiter runter gehen", erzählte Berger entspannt beim Eis. Der Regen zu Beginn wirkte tatsächlich wie ein Wettbewerbsvorteil für das große Center. Doch Susann Elguernaoui vom Bekleidungsgeschäft "Noa Noa" an der Wallstraße war da optimistisch. "Noch ist es ruhig. Das liegt sicher am Regen. Doch insgesamt sind diese Sonntage gut, gerade auch, weil wir uns für die Straße immer etwas ausdenken, wie die einheitlich grünen Tische. Das kommt bei Kunden gut an", sagte die Geschäftsfrau zuversichtlich.

Am oberen Teil der Hindenburgstraße war es also recht ruhig, auch noch nach dem Regen. Zu den Einkäufern zählte die 23-jährige Dusya Barseghyan, Design-Ingenieurs-Studentin an der Hochschule Niederrhein. Sie hatte sich bei "Idee" am Alten Markt gut eingedeckt und freute sich, dass es auf alle Produkte 50 Prozent Nachlass gab. Vom Minto hinunter in Richtung Bahnhof wurde der Passanten-Fluss ebenfalls dünner. Die Rheydterin Elke Schult stöberte bei "City Dress". Auch sie war zuvor im neuen Einkaufszentrum gewesen, das kürzlich seinen millionsten Besucher zählte. "Das ist schon etwas ungewöhnlich, und ich gehe in vielen großen Städten, wie New York und Lissabon, einkaufen. Aber hier in der Nähe ist auch Roermond, und ich bin gespannt, wie sich alles entwickelt. Doch für die Hindenburgstraße stimmt mich das schon ein bisschen traurig, da Geschäfte leer sind und hier unten weniger hinkommen", stellte sie fest.

Das Citymanagement zog am Ende eine sehr gute Bilanz. "Im Frühjahr war es noch nie so voll gewesen", sagte Vorsitzender Stefan Wimmers. "Es war sensationell gut." Das gelte auch für den oberen Bereich, wo viele Besucher die Parkhäuser genutzt hätten, auch wenn nicht jeder Händler sich darauf eingestellt habe. "Es gab - und das ist ein Novum für die Einkaufsstadt Mönchengladbach - sogar ein paar verirrte Reisebusse von außerhalb", sagte Wimmers weiter. "Das kannten wir bisher nur aus Düsseldorf."

Quelle: RP
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