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Mönchengladbach
"Wer hat meine Tochter angefahren?"

Mönchengladbach: "Wer hat meine Tochter angefahren?"
Die Mutter der kleinen Melina an der Unfallstelle: Die Elfjährige wurde auf dem Zebrastreifen angefahren. Der Fahrer ließ das Mädchen liegen und flüchtete. FOTO: Reichartz,Hans-Peter
Mönchengladbach. Die Suche nach dem Fahrer, der am Samstag in Mönchengladbach eine Elfjährige verletzt hat, läuft. Die Mutter des Mädchens hat einen Aufruf gestartet. Die Polizei sucht dringend Zeugen.  Von Laura Schameitat und Gabi Peters

Melina (Name von der Redaktion geändert) war am Samstag alleine bei Aldi, Chips kaufen. Für die Elfjährige ist das nichts Ungewöhnliches, sie geht häufiger den kurzen Weg von der Wohnung der Familie zu dem Supermarkt, um eine Kleinigkeit zu kaufen.

Diesmal bekommt ihre Mutter allerdings kurze Zeit später einen alarmierenden Anruf vom Handy ihrer Tochter. "Ich bin angefahren worden und das Auto ist weggefahren", schreit das Mädchen in den Hörer.

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"Ich bin sofort losgelaufen", erzählt die Mutter im Gespräch mit unserer Redaktion. Als sie an dem Kreisverkehr Otto-Safran-Straße/Hauptstraße ankommt, steht Melina da, ihr Ohr blutet stark, ein Autofahrer mit einem schwarzen Mercedes hat angehalten und kümmert sich um das Kind. "Sie hatte eine große Risswunde in der Ohrmuschel und hielt sich die Rippe", berichtet die Mutter. An den Unfallhergang kann sich Melina nicht mehr erinnern. "Sie wusste nur noch, dass sie schon auf dem Zebrastreifen stand, als sie das Auto kommen sah. Dann sei sie ein Stück gerannt, ab diesem Zeitpunkt weiß sie nichts mehr", so die Mutter. Sie habe lediglich gesagt, dass das Auto dunkel und größer war als das ihres Vaters.

Im Krankenhaus diagnostizieren die Ärzte eine leichte Gehirnerschütterung, eine Rippenprellung, Schürfwunden und Hämatome. Die Polizei nimmt ihre Ermittlungen auf. Doch die Zeugenaussagen seien widersprüchlich gewesen, berichtet ein Polizeisprecher. Deshalb versucht die Polizei, durch einen Aufruf in der Rheinischen Post und im Internet weitere Zeugen zu finden. Auch Melinas Mutter schreibt bei Facebook einen wütenden Aufruf, der von vielen Gladbachern geteilt, also weiter verbreitet wird. Viele fragen nach Melinas Zustand, richten gute Wünsche aus, doch niemand hat etwas gesehen. Niemand meldet sich, weder bei Melinas Mutter noch bei der Polizei.

"Das ist für mich unbegreiflich. Gegenüber an der Bushaltestelle Richtung Giesenkirchen standen so viele Leute. Die müssen doch etwas Eindeutiges erkannt haben", sagt die Mutter. Auch der Aldi-Markt sei "brechend voll" gewesen. Sie freue sich zwar darüber, dass so viele Gladbacher ihren Text auf Facebook teilen, gebracht habe das aber bisher nichts. Dass die Aussagen der Zeugen laut Polizei widersprüchlich sind, versteht sie nicht. "Ich muss doch wissen, was ich gesehen habe."

Ein weiteres Ärgernis für die Mutter: Bis auf den Mercedes-Fahrer, der anhielt, um Melina zu versorgen, und eine weitere Frau, die die Polizei alarmierte, hat sich niemand gekümmert, als ihre Tochter auf dem Boden lag.

Der Schock nach dem Unfall sitzt bei der Elfjährigen tief. "Sie traut sich gar nicht mehr, da lang zu gehen", sagt die Mutter. Das wird sie allerdings bald wieder müssen: Die Osterferien sind am Montag vorbei und die Unfallstelle liegt auf Melinas Weg zur Schule.

Hier noch einmal der Aufruf der Polizei:

 

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Posted by Polizei NRW Mönchengladbach on Montag, 6. April 2015
Quelle: RP
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