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Schwerpunkt Mg Zieht An
Wer hier sucht, wird auch fündig

Schwerpunkt Mg Zieht An: Wer hier sucht, wird auch fündig
Alexandra Urban (li.) vom Hohenstein-Institut empfiehlt Marei Vittinghoff ein Chemiestudium oder eine Ausbildung zum Bekleidungsingenieur. FOTO: Knappe Joerg
Mönchengladbach. Unsere Autorin hat auf der textilen Nachwuchsmesse gestern nach Inspirationen für ihre eigene berufliche Zukunft gesucht. Ein Rundgang. Von Marei Vittinghoff

Um genug Nachwuchs für ihre Unternehmen anzuwerben, haben sich die mehr als 100 Aussteller der Messe "MG zieht an" einiges ausgedacht. Wie kleine Läden wirken die Stände, welche die Marken und Firmen so auffällig und individuell wie möglich präsentieren sollen. Durch diese Menge an Angeboten versuche auch ich mich nun zu kämpfen. Ich möchte sehen, ob für mich vielleicht ebenfalls ein interessanter Berufszweig dabei ist.

Dass meine Vorstellung, auf der Messe hauptsächlich Modedesigner anzutreffen, vollkommen falsch war, wird mir direkt beim Eintritt in das Foyer bewusst. Denn anstelle von Faden, Scheren und Knöpfen begegnet mir dort zuallererst eine Vier-Finger-Roboterhand, die mit einem Handschuh gesteuert werden kann. "Das ist die DexHand, die wir für die Außenseite der ISS entwickelt haben", erklärt mir Maximilian Meier vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Mit einem Roboter im Weltraum Satelliten reparieren: Klingt spannend, aber was das wohl mit Textil zu tun hat? "Wir suchen Textiltechniker, die den Handschuh schöner und elastischer gestalten und dafür sorgen, dass er beim Arbeiten von innen nicht zu warm wird", stellt Meier klar.

Die Modenschau auf der Allee der Richard-Wagner-Straße war einer der Höhepunkte des ersten Ausstellungstages. FOTO: Ilgner (2), Knappe (2), Schnettler (2)

Mit noch mehr Technik werden ich weiter drinnen konfrontiert. Während die Aunde-Group unter anderem auf der Suche nach neuen Ideenbringern für die textile Innenausstattung von Autos, Bussen und Flugzeugen ist und meine Aufmerksamkeit vor allem durch ein mit LEDs besticktes Sitzteil auf sich lenkt, wirbt das Mönchengladbacher Unternehmen Trützschler überwiegend mit Ausbildungsmöglichkeiten im mechanischen Bereich. Hier fasziniert mich besonders das Modell einer Maschine, die Baumwolle von Fremdteilen reinigt. Darum frage ich Oskar Lewitzky, der gerade ein duales Studium zum technischen Produktdesigner macht, welche Eigenschaften ich mitbringen muss, um mit der Maschine zu arbeiten. "Freude an Technik, gutes räumliches Vorstellungsvermögen und Spaß an Mathe" - das war's dann wohl mit meiner Zukunft im Maschinenbau.

Ob es vielleicht eher etwas mit Chemie ist? Am Stand des Hohenstein-Instituts treffe ich Alexandra Urban, die selbst an der Hochschule Niederrhein studiert hat. Heute testet sie Textilien auf Schadstoffe und überprüft die Umweltbelastung von Textilunternehmen. Mir empfiehlt sie für diesen Bereich ein Chemiestudium oder eine Ausbildung zum Bekleidungsingenieur: Beides leider auch nicht meine Stärken.

Maximilian Maier vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt zeigt die "DexHand", die für die Außenseite der ISS entwickelt worden ist. FOTO: Knappe Joerg

Also ziehe ich weiter und finde am Stand von Peek & Cloppenburg doch noch den typischen Designer-Beruf, wie ich ihn mir ausgemalt habe: Recherchen nach neuen Trends, Info-Reisen nach Barcelona oder New York und Anfertigungen von Kleidungsskizzen.

Am Ende meines Rundgangs bin bis oben hin vollgepackt mit Flyern und tief beeindruckt von den Möglichkeiten, die sich in der Textil- und Bekleidungsindustrie bieten. Auch wenn ich selbst meine Zukunft nicht dort sehe, bin ich mir sicher: Wer hier wirklich sucht, wird garantiert fündig.

Polster mit integrierten LED-Lichtpunkten, die Text und Zahlen anzeigen können, sind am Stand der Aunde-Gruppe zu sehen. FOTO: Schnettler Jan
Quelle: RP
 
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