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Mönchengladbach
Wer ist der "Rächer von der Hehner Straße"?

Mönchengladbach: Wer ist der "Rächer von der Hehner Straße"?
So sieht der Wagen aus, der am vergangenen Samstag an der Hehner Straße mit Farbe verschandelt wurde. Andere Autos wurden an der Straße zerkratzt, verbeult und beschossen. FOTO: CHF
Mönchengladbach. Fünf zerschossene Autoscheiben, acht Beulen, ein zerkratztes Dach - das ist die Schadensbilanz nur eines Opfers, das seinen Wagen arglos an der Hehner Straße parkte. Dort werden Autos systematisch demoliert. Von Gabi Peters

Am vergangenen Samstag hatte er wieder "zugeschlagen" - der Täter, der regelmäßig an der Hehner Straße Autos demoliert und verschandelt. Eine Frau fand ihren Wagen am Morgen mit Farbspritzern übersät. Warum es ihr Auto traf? Wahrscheinlich stand es auf dem "falschen" Parkplatz. Dabei hatte die neue Anwohnerin der Hehner Straße ihr Fahrzeug völlig arglos und regulär abgestellt.

Die Polizei geht davon aus, dass der Täter ebenfalls an der Hehner Straße wohnt. Und möglicherweise sind seine illegalen Aktionen ein Fall von Selbstjustiz. Viele Nachbarn gehen davon aus, dass der Täter aus Rache Autos zerkratzt, verbeult und sogar mit einer Luftdruckwaffe beschießt. Aus Wut, darüber dass "seine" Parkplätze von Fremden belegt werden.

Christa Fischer* (Name geändert) und ihr Mann zählen zu den Betroffenen. An Christa Fischers altem Auto wurde viermal die Frontscheibe, einmal eine Seitenscheibe zerschossen. Am Wagen ihres Mannes gingen dreimal Scheiben zu Bruch. "Beim dritten Mal flog er aus der Versicherung", berichtet Christa Fischer. Aber es gibt noch mehr Schäden. Mal wurde mit Schleifpapier übers Dach gegangen, mal landeten Eier auf der Motorhaube.

Wann es genau mit den Sachbeschädigungen an den Autos begann, daran kann sich keiner ganz genau erinnern. An der Straße werden mehrere Ferienwohnungen vermietet, in denen häufig Monteure übernachten, die in Mönchengladbach arbeiten. Ihre Autos sind besonders häufig betroffen. "Ob alle die Sachbeschädigung angezeigt haben, wissen wir nicht", sagt Christa Fischer. Ihr Mann habe eine Beule an seinem Auto auch erst viel später bemerkt. "Man geht ja nicht jeden Morgen um seinen Wagen herum und guckt nach Schäden", sagt sie. Bis man gemerkt habe, dass an der Hehner Straße Autos systematisch beschädigt werden, habe es etwas gedauert.

Als sich die Fischers vor zwei Jahren ein neues Auto anschafften, hatten sie noch keine Garage. "Von September bis Januar parkten wir noch an der Straße", berichtet Christa Fischer. Das Ergebnis: acht Beulen. Die Vermieterin einer Ferienwohnung hat eine grobe Liste der Selbstjustiz-Fälle gemacht. Ein Auszug: Im April wurde an der Hehner Straße auf die Windschutzscheibe von zwei Autos geschossen, im Juni wurde an einem Wagen ein Loch in den Reifen gestochen. Im Juli wurden wieder zwei Löcher in Windschutzscheiben gefunden. Im Juli wurde sogar auf das Fenster einer Wohnung in der zweiten Etage geschossen. In der 27. und 28. Kalenderwoche dieses Jahres gab es zwei Farbbeutelattacken auf Autos und fünf Beulen. "Und das ist nur das, was ich weiß", sagt Christa Fischer. Sie ist sich sicher, dass es noch viel mehr Fälle und eine hohe Dunkelziffer gibt.

Der Täter scheint vor nichts zurückzuschrecken. "Im vergangenen Jahr wurde einer Frau eine nicht identifizierte Flüssigkeit in die Autolüftung geschüttet", berichtet Christa Fischer. Wegen des penetranten Geruchs habe die Halterin nur noch mit offenem Fenster fahren können. Sie stellte Anzeige wegen Körperverletzung. An der Hehner Straße sind im Laufe der Jahre immer mehr Häuser gebaut worden. Die Parksituation wurde auch dadurch enger, dass viele ehemalige Kinder heute einen Führerschein und ein eigenes Auto besitzen. Einen Stellplatz direkt vor der Haustür zu finden, ist deshalb nicht immer leicht. Vielleicht aber erhebt der Täter genau darauf einen Anspruch und will mit seinen Beschädigungen darauf aufmerksam machen. Die Kriminalpolizei hat wegen der Häufung der Fälle an der Hehner Straße ihre Ermittlungen intensiviert.

Quelle: RP
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