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Mönchengladbach
Wertekommission tagt bei Atelier Gardeur

Mönchengladbach. Vertrauen, Verantwortung, Mut, Respekt, Integrität und Nachhaltigkeit: Das sind die erklärten Grundwerte der Wertekommission, einer Initiative mit dem Ziel der werteorientierten Unternehmensführung. Zum 43. Werteforum trafen sich Fach- und Führungskräfte verschiedenster Sparten bei der Gardeur GmbH in Mönchengladbach. Von Angela Wilms-Adrians

Zur Diskussion stand das Thema "Mut und Verantwortung: Wie viel Risiko verträgt werteorientierte Unternehmensführung?".

Hausherr Gerhard Kränzle, CEO, Vorsitzender der Geschäftsführung der Gardeur GmbH, war in der bundesweiten Wertekampagne 2015 das Gesicht für die Eigenschaft "Mut" gewesen. In der Begrüßung verglich er Mut mit einem Muskel, der trainiert werden könne, mit dem es aber auch hauszuhalten gelte. Seine Intention sei der Mut zu Verantwortung und Veränderung, so Kränzle. Während des Abends zeigte sich schon bald, dass für die Podiumsteilnehmer Mut und Verantwortung ein untrennbares Gespann sind, um als Führungskraft in einer immer vielschichtiger werdenden Welt auf die zunehmende Unübersichtlichkeit des Umfeldes zu reagieren. So wurde auch die Verantwortung angemahnt, zu erkennen, wann der Mut zu groß sei.

Sven Korndörffer, Vorsitzender des Vorstands Wertekommission, betonte die Bedeutung einer Wertedebatte. Sie sollte in der sozialen Marktwirtschaft fest verankert sein. So könnten Profitabilität und Werte Hand in Hand gehen. "Für ein Unternehmen muss die bilanzielle Sicht stimmen, aber eben auch Glaubwürdigkeit und Vertrauen", hob Korndörffer hervor. Ein Trailer mit Stimmen von Führungskräften zum Thema bereitete die Podiumsdiskussion vor.

Hier fielen Sätze, wie das Statement: "Mut heißt auch, das als richtig Erkannte gegen Widerstände zu tun". Moderator Dr. Philipp Busch, Unternehmer und Vorsitzender des Kuratoriums Wertekommission, gab den Impuls zur Frage, ob sich die heutige Zeit tatsächlich im Umgang mit Risiken schwerer täte. Prof. Dr. Burkhard Schwenker, Senior Partner, Chairman of the Advisory Council Roland Berger GmbH, tauschte den Begriff Risiken gegen Ungewissheit aus. Heute könne entgegen dem allgemeinen Bestreben nach Sicherheit niemand mehr ernsthaft voraussagen, welche Zahlen er in zehn Jahren erreichen wolle.

Bis dahin gäbe es vielleicht einen noch unbekannten Konkurrenten. Kränzle ergänzte mit Verweis auf Flexibilität und die nötige Lernbereitschaft, mit Rückschlägen umzugehen: "Ich kann keine Arbeitsplätze garantieren, ich halte aber arbeitsfähig". Dr. Rainer Esser vom Zeitverlag Gerd Bucerius befand, Mut sei eine zentrale Eigenschaft, um das Notwendige zu tun. Auf die provokante Frage aus dem Plenum, wie es um den Mut der jungen Leute bestellt sei, antwortete Esser: Die Unterscheidung in Generation W oder Z sei "Bullshit". Da komme keine ganz andere Generation. Doch die sei vielleicht unsicherer, da die Optionen immer vielfältiger werden.

Quelle: RP
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