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Mönchengladbach
Wettlauf um schnelles Internet in Gladbach

Mönchengladbach: Wettlauf um schnelles Internet in Gladbach
Durch solche Glasfaserkabeln werden Daten übertragen. FOTO: IMAGO
Mönchengladbach. Jahrelang ist gar nichts passiert, jetzt reißen sich gleich zwei Konzerne um den Ausbau des Breitbandnetzes: Während die Deutsche Glasfaser die Nachfrage erkundet, kündigt die Telekom nun auch Investitionen in den Glasfaser-Ausbau an. Von Andreas Gruhn

Mönchengladbach soll endlich großräumig Zugang zum schnellen Internet bekommen. Wie die Deutsche Telekom nun ankündigte, will sie bis Jahresende in weiten Teilen der Stadt rund 133 Kilometer Glasfaser verlegen, 348 Verteilerkästen mit neuer Technik ausstatten und so 92.000 Haushalte in der Stadt mit einer Bandbreite von 100 Megabit (Mbit) pro Sekunde zu versorgen. Dafür will der Bonner Konzern fast zehn Millionen Euro in den Mönchengladbacher Netzausbau investieren. Profitieren sollen davon Privathaushalte wie auch Unternehmen in Gewerbegebieten. Der erste Abschnitt des Ausbaus soll nach Angaben des Telekom-Sprechers André Hofmann bereits in der kommenden Woche beginnen.

Der Zeitpunkt der Ankündigung ist nicht zufällig gewählt. Erst vor wenigen Wochen hat das Unternehmen Deutsche Glasfaser seien Pläne konkretisiert, in drei Phasen in Mönchengladbach 33,8 Millionen Euro zu investieren, um auch solche Gebiete an die Datenautobahn anzuschließen, in denen selbst Youtube-Videos nicht ruckelfrei zu sehen sind. Dazu laufen gerade so genannte Nachfragebündelungen. Wenn in einer definierten Region 40 Prozent der Haushalte einen Vertrag abschließen, dann wird gebaut. Diese Bündelungen laufen derzeit etwa in Buchholz, Herrath, Wickrathberg und Wickrathhahn, Wanlo und noch weiteren Stadtteilen. Die Stadt hatte Ende des Jahres eine entsprechende Vereinbarung mit dem Unternehmen unterzeichnet.

Nun will dort aber auch die Telekom für schnelles Internet sorgen: Die Ausbau-Pläne umfassen - abgesehen von den Innenstädten Mönchengladbach und Rheydt - im Norden die Stadtteile Hardt, Holt, Hehn, Rheindahlen, Windberg und Neuwerk. Und im Süden Wickrath, Wickrathberg, Wickrathhahn, Buchholz, Hockstein, Schrievers, Wanlo, Giesenkirchen, Odenkirchen, Herrath und Teile von Güdderath - also unter anderem auch genau die ländlichen Gebiete, die die Deutsche Glasfaser im Visier hat und die die Telekom bisher außer Acht gelassen hatte. Kampflos will der Bonner Riese dem mit viel Kapital ausgestatteten Konkurrenten, der am Niederrhein sehr aktiv ist, die Region offenbar doch nicht überlassen.

Der Wettlauf ums schnelle Internet ist im Gange. Theoretisch könnten die Bewohner in den genannten Stadtteilen bald in den Genuss kommen, gleich zwei Breitbandnetze vor der Tür liegen zu haben, allerdings mit einem Unterschied: Die Deutsche Glasfaser verspricht, die hochmodernen Leitungen bis zum Teilnehmer zu verlegen. Die Telekom schließt hingegen ihre Verteilerkästen ans Glasfasernetz an, leitet die Daten dann durch Kupferkabel zum Kunden. Die alten Kabel werden mittels sogenannter Vectoring-Technologie erheblich beschleunigt, eben auf bis zu 100 Mbit pro Sekunde (die doppelte VDSL2-Geschwindigkeit). "Wir haben ein Produkt, von dem wir überzeugt sind. Und wir brauchen keine 40-Prozent-Quote", sagt Telekom-Sprecher André Hofmann. Nicole Holländer von der Deutschen Glasfaser betonte, man halte an den eigenen Plänen fest: "Das ist der Wettbewerb. Wir legen Glasfaser bis zum Teilnehmer, das ist die zukunftssichere Variante."

Grundsätzlich darf ein Anbieter Netze verlegen, hieß es bei der Stadt. Eine Genehmigung braucht es dazu nicht, wenn alte Leitungen ersetzt oder Leerrohre mit Glasfaserkabeln ausgestattet werden sollen. "Wenn ganz neue Leitungen verlegt werden sollen, braucht es dazu aber eine Aufbruchgenehmigung, ähnlich wie bei der NEW", sagt Stadtsprecher Dirk Rütten. Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners kommentierte die Initiative der Telekom mit den Worten: "Eine gute Internetanbindung ist ein wichtiger Standortfaktor für uns als Kommune. Unsere Unternehmen sind dringend auf den Ausbau der digitalen Infrastruktur angewiesen - und auch zahlreiche Privathaushalte freuen sich auf eine leistungsfähige Netzanbindung."

Quelle: RP
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