| 13.31 Uhr

Mönchengladbach Reme-Gelände
15-Jähriger verschickte Leichenbilder über WhatsApp

Angehörige trauern um toten 17-Jährigen
Angehörige trauern um toten 17-Jährigen FOTO: Hans-Peter Reichartz
Mönchengladbach/Kreis Viersen. Die Polizei hat das Rätsel um die über WhatsApp verschickten Leichenbilder vom Reme-Gelände gelöst. Ein 15-jähriger Jugendlicher aus dem Kreis Viersen machte die Bilder und löste über den Kurznachrichtendienst eine Welle des Entsetzens bei Polizei und an Schulen aus.

Bei dem 15-Jährigen aus dem Kreis Viersen handelt es sich laut Polizei um die Person, die die Zeugen, die am 1. Februar die Leiche gefunden hatten, hatten weglaufen sehen. Die Polizei sei im Rahmen ihrer umfassenden Ermittlungsarbeit zu dem Fall auf den Jugendlichen gestoßen, so Polizeisprecher Jürgen Lützen auf Anfrage.

Reme-Mord in Mönchengladbach: Polizei zeigt Tatwaffe FOTO: Theo Titz

Ermittler der Mordkommission "Reme" haben den 15-Jährigen bereits vernommen, hieß es in einer Pressemitteilung. Der Jugendliche räumte ein, dass er Leute aus Mönchengladbach kenne und sich auch gelegentlich auf dem ehemaligen Reme-Gelände aufgehalten habe. Der getötete 17-Jährige und dessen Freunde kenne er nicht.

Weiter sagte der Jugendliche aus, er sei am Sonntag, 1. Februar, alleine über das Reme-Gelände gegangen. Dabei habe er die Leiche gefunden und sei über den Anblick entsetzt gewesen. Danach machte er mit seinem Smartphone Fotos von dem Toten. Warum er die Fotos gemacht habe, konnte er der Polizei selbst nicht erklären. 

Fotos: Polizei-Großeinsatz nach Leichenfund FOTO: Reichartz,Hans-Peter

Als er dann die Anwohner bemerkte, die sich näherten und die später auch die Leiche fanden und die Polizei verständigten, lief er aus Angst weg. Er sei mit der Situation überfordert gewesen, sagte er der Polizei. 

Später gab der 15-Jährige die Fotos über WhatsApp an Freunde weiter. Als Grund dafür gab er an, dass er die Situation nicht habe verarbeiten können und deshalb darüber sprechen wollte. Welche Lawine er auf diese Weise über die sozialen Medien lostreten würde, sei ihm nicht bewusst gewesen.

Fotos: So sieht das Reme-Gelände heute aus FOTO: Hans-Peter Reichartz

Die Polizei hat mittlerweile ein Ermittlungsverfahren gegen den 15-Jährigen eingeleitet. Das Verbreiten der Fotos stellt nach dem Kunsturheberrechts-Gesetz eine Straftat dar.

Am Mittwoch hatte die Polizei in einer Pressekonferenz bekannt gegeben, den Täter gefasst zu haben. Es handelt sich um einen 20-jährigen Mönchengladbacher, der in der Vernehmung sagte, seinen "besten Freund" getötet zu haben. Sein Motiv ist noch unklar, sein Anwalt hatte ihm dazu geraten, nicht weiter mit der Polizei zu sprechen. Die Ermittler gehen von einem Einzeltäter aus.