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Mönchengladbach
Wie die Welt in 150 Jahren aussehen kann

Mönchengladbach: Wie die Welt in 150 Jahren aussehen kann
"Frankenstein"-Akteure mit Regisseurin (v.l.): Moritz Debock, Marina Büsdorf, Silvia Behnke und Marina Wacker. FOTO: Knappe
Mönchengladbach. Der Jugendclub des Theaters zeigt die Geschichte von Frankenstein und verbindet sie mit Zukunftsvisionen. Von Christian Lingen

Die Menschen leben zunehmend in einer digitalen Welt. Persönliche Gespräche, öffentliches Leben oder gar Körperkontakt sind völlig aus der Mode gekommen. Jeder lebt für sich, in seiner eigenen Welt. Autark. Das menschliche Zusammenleben von einst ist Geschichte. Hinzu kommen andere Probleme, wie Kriege und die Erderwärmung. Inzwischen gibt es sogar künstliche Menschen - geschaffen im Labor.

Dieses Szenario einer künftigen Welt malt das Stück "Frankenstein" des Theater-Jugendclubs aus. In einer Mischung aus Schauspiel und Tanztheater setzen 20 Jugendliche Mary Shelleys Roman in Verbindung mit futuristischen Szenarien. Silvia Behnke inszeniert das Ganze.

"Das Thema ist durchaus aktuell, auch wenn das Buch schon alt ist", sagt Moritz Debock, einer der Schauspieler. Genforschung sei in vielen Bereichen in der Diskussion. Im Stück verschmilzt die Geschichte mit Science-Fiction. Zwischendurch wird unterbrochen. Echte Studenten und solche, die künstlich im Labor gezüchtet wurden, diskutieren über das gerade Geschehene. "Die künstlichen Studenten reden nicht nur anders, sie bewegen sich auch nicht wie richtige Menschen", sagt Schauspielerin Marina Wacker.

Die Dialoge haben die jungen Talente selbst geschrieben. Im Oktober begannen die ersten Proben. In Gruppen wurden die Szenen erarbeitet. Silvia Behnke sorgte für die tänzerische Umsetzung. Als Vorlage diente uns das Buch", sagt Marina Büsdorf. Um die ursprüngliche Geschichte herum strickten die Nachwuchsschauspieler die neue Handlung. So beginnt alles damit, dass auf einem alten Dachboden Mary Shelleys Buch auftaucht. Immer weiter verstricken sich der Roman und die Welt der Zukunft, schaffen Parallelen. Während der Proben merkten die Schauspieler, wie sehr sie sich bereits in einer sich selbst entfremdenden Welt befinden. So sind Smartphones allgegenwärtig, und anstatt miteinander zu reden, wird über Facebook oder WhatsApp kommuniziert. "Wir haben uns durch das Stück noch viel intensiver mit dem beschäftigt, was vielleicht irgendwann einmal möglich sein könnte. Es ist ganz schön extrem, wohin wir steuern", meint Marina Büsdorf.

Vor 15 Jahren gegründet, hat sich der Jugendclub stark entwickelt. Rund 150 junge Schauspieler machen in Gladbach und Krefeld mit. Die Talente, die bei "Frankenstein" auf der Studiobühne stehen, sind 15 bis 23 Jahre alt. Premiere ist morgen, 20 Uhr. Weitere Vorstellungen sind Sonntag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag. Alle Termine sind ausverkauft, es gibt nur noch Restkarten.

Quelle: RP
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