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Mönchengladbach
Wie man richtig erwachsen wird

Mönchengladbach: Wie man richtig erwachsen wird
Birte Kaup, Fré Steen, Lothar Erbers und Ina Klein (v.l.) haben mit dem "Lions-Quest"-Programm bereits sichtbare Resultate erzielt. FOTO: Raupold, Isabella (ikr)
Mönchengladbach. An der Hans-Jonas-Gesamtschule erlernen die Schüler Teamfähigkeit und Gemeinschaftssinn - weit über den Klassenunterricht hinaus. Von Vivienne Kara

Rivalitäten, Gewalt, schlechte Noten und Mobbing sind heutzutage keine Seltenheit mehr an Schulen. Immer wieder hört man von schlechten Klassengemeinschaften, die negative Auswirkungen auf den Lernfortschritt aller hat, und von Lehrern, die überfordert mit ihren Schülern sind. Um genau dieser Entwicklung entgegenzuwirken, veranstaltete die Hans-Jonas-Gesamtschule Neuwerk gestern den ersten Fortbildungskurs einer dreitägigen Schulung mit dem Titel "Erwachsen werden". Aber nicht die Schüler wurden dort fortgebildet, sondern das Lehrpersonal der Schule lernte dazu. Diese sollen das neu Gelernte dann einmal wöchentlich in einer extra Unterrichtsstunde an ihre Klassen weitergeben.

Das Projekt ist unter dem Namen "Lions Quest" bekannt und wird gefördert vom Lions Club International. In Deutschland wurden bereits mehr als 100.000 Pädagogen in den Seminaren geschult. "Ein Drittel davon sind schon Rentner. Daher bin ich besonders froh, dass wir heute so viele junge Kollegen hier sitzen haben", sagte Lothar Erbers, Vize-Präsident des Lions Club Mönchengladbach. Mit der Hans-Jonas-Gesamtschule in Neuwerk arbeitet der Club nun schon seit 2011 zusammen. "Die Fortbildung findet jährlich statt, und wir konnten schon mehr als die Hälfte unseres Lehrpersonals qualifizieren", betonte Ina Klein, Schulleitung der Gesamtschule.

Da die Fortbildung sehr aufwändig ist, wird sie finanziell und ideell vom Lions Club unterstützt. Und die Arbeit hat sich definitiv schon gelohnt: Im letzten Jahr wurde die Gesamtschule vom "Lions Quest" zertifiziert und ist somit die erste zertifizierte Schule am linken Niederrhein.

In der mehrtägigen Schulung werden den Lehrern die Übungen, Methoden und Abläufe näher gebracht, die sie später an ihre Schützlinge weitergeben sollen. "Und ist wichtig, dass die Schulen zusammenarbeiten und die Kollegen sich untereinander austauschen", betonte Lions-Club-Vorstand Erbers. Aus diesem Grund richtete die Hans-Jonas-Gesamtschule die Fortbildung nicht nur für das eigene Lehrpersonal aus, sondern hieß auch andere Schulen willkommen. Die Gesamtschulen Volksgartenstraße, Stadtmitte, Hardt und Espenstraße sowie das Gymnasium Rheindahlen waren vertreten. Die insgesamt 22 Lehrer wurden vom Lions-Club-Mitglied und "Lions Quest"-Trainer Fré Sten im Karl-Immer-Haus Neuwerk geschult. "Bevor man erwarten kann, dass die Klasse produktiv miteinander und als Gemeinschaft wirken kann, müssen verschiedene Phasen durchlaufen werden", erklärte Trainer Sten. Diese vier Phasen lauten "Orientierung, Integration, Grundregeln und Kontrolle". Spielerisches Kennenlernen und einander langsam annähern, das kann Schritt für Schritt Gemeinschaft und Geborgenheit erzeugen. Mit Übungen wie Brainstorming, Traumreisen und anderen kreativen Aktivitäten sollen die Schüler Sozialkompetenzen entwickeln.

Schulsozialpädagogin Birte Kaup holte "Lions Quest" an die Gesamtschule: "Es ist ein fester Bestandteil des Stundenplans und wir führen das Programm einmal die Woche durch."

Quelle: RP
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