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Mönchengladbach
Wie viel sind Ihnen diese Lebensmittel wert?

Mönchengladbach. Landesweit kämpfen Landwirte derzeit ums Überleben. Aber wie kommen eigentlich die unterschiedlichen Preise für Milch, Tomaten und Co. zustande? Und wie viel sind die Menschen wirklich bereit, für gute Lebensmittel zu zahlen? Machen Sie den Selbsttest. Von Sabine Kricke

Warum sind Lebensmittel eigentlich so unterschiedlich teuer? Die zwei häufigsten Gründe für abweichende Preise von Lebensmitteln in Supermärkten liegen einerseits in Marken- und "No-Name"-Produkten und andererseits in der Herkunft der Lebensmittel. Vor allem für Speisen aus der näheren Region zahlt der Verbraucher häufig mehr als für Importe aus dem Ausland. Die Preise für die zehn folgenden Lebensmittel entsprechen den Stichproben, die wir in Supermärkten in Mönchengladbach genommen haben. Minimale Abweichungen nach oben und unten sind daher möglich. Testen Sie, ob Sie mit Ihrer Kaufbereitschaft für die folgenden zehn Produkte im Durchschnitt liegen. Bei RP Online haben rund 2400 Menschen mitgemacht, daraus haben wir die Mittelwerte ermittelt, die Sie am Ende dieses Textes aufgeführt finden.

Beispiel Brötchen: Bei der Frage, ob man 13 oder 33 Cent für ein Brötchen zahlen möchte, greifen immer mehr Kunden zu dem günstigeren Produkt. Das findet man häufig in Discountern wie Aldi, Netto oder Lidl. Beim heimischen Bäcker hingegen muss der Verbraucher wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Der höhere Preis für die Kunden wird vor allem durch Personal- und Produktionskosten verursacht. Wo der Bäckermeister mehrere Angestellte bezahlen muss, werden die Brötchen im Discounter an der Selbstbedienungstheke verkauft. Die Produktionskosten bei den Discounter-Brötchen sind wesentlich geringer, da die Ware in Großbäckereien in einer viel höheren Stückzahl hergestellt wird als beim regionalen Bäcker.

Eine ebenfalls große Preisspanne gibt es bei Eiern. Zehn Eier in Größe M kosten zwischen 99 Cent und 3,49 Euro. Auch hier sind die Produktionskosten entscheidend: Eier aus Bodenhaltung sind günstiger als Eier aus Freilandhaltung. Für die Bauern entstehen bei einer industriellen Erzeugung der Eier weniger Kosten als bei Eiern aus Freilandhaltung, weil Platz gespart wird. So dürfen bei der Bodenhaltung bis zu neun Hühner auf einem Quadratmeter gehalten werden. In der Freilandhaltung muss ein Huhn vier Quadratmeter Raum zur Verfügung haben.

Um regionale Produkte für den Verbraucher besser kenntlich zu machen, gibt es das so genannte Regionalfenster. Kriterium, um das Siegel auf den Produkten zu platzieren, ist, dass die Ware aus einer Region kommt, die kleiner ist als Deutschland. Der entsprechende Landkreis oder das Bundesland muss angegeben werden. Bei Monoprodukten (beispielsweise Kartoffeln) muss die Hauptzutat zu 100 Prozent aus der gleichen Region stammen. Bei zusammengesetzten Lebensmitteln, wie zum Beispiel Brot, müssen die Hauptzutaten und die verbleibenden Zutaten aus der gekennzeichneten Region stammen. "Mindestens 51 Prozent des Produktgewichts müssen aus regionaler Herkunft sein. Bei einem Weizenbrot, das mindestens 90 Prozent Weizenmehl enthält, muss der Weizen also komplett aus der Region kommen, während Hefe, Salz und weitere Zutaten überregional bezogen werden können. Bei einem Mehrkornbrot, das zu 40 Prozent aus Dinkel der Region besteht, muss auch die folgende Zutat, wie etwa Roggen, aus der Region stammen", erklärt die Verbraucherzentrale. "In der Regel empfiehlt es sich für den Verbraucher, Lebensmittel möglichst saisonal regional zu kaufen", sagt Gabriele Graf von der Verbraucherzentrale NRW im Gespräch mit unserer Redaktion.

Einige Lebensmittel, darunter Tomaten, gehören laut Graf zu den so genannten "Leitprodukten". Bei ihnen liegt der günstige Preis nicht in den Produktionskosten begründet, sondern stellt eine klassische Verkaufsstrategie dar. "Mit einer Preisreduzierung dieser Leitprodukte sollen Kunden in den Laden gelockt werden. Die kaufen dann in der Regel aber nicht nur die Produkte im Angebot, sondern eben auch Lebensmittel, die nicht reduziert sind", erklärt Graf.

Derzeit besonders umkämpft sind die Milchpreise. Weil auf dem Markt gerade ein großes Überangebot herrscht, ist der Preis drastisch gefallen. Bei der Milch liegt die Preisspanne zwar ebenfalls relativ hoch, jedoch ist bei diesem Produkt die Masse an teureren Varianten wesentlich seltener als zum Beispiel bei Brötchen. Im Discounter kostet frische Milch in der Regel etwa 46 Cent. Der Landwirt verdient daran derzeit lediglich rund 24 Cent pro Liter Milch. Mindestens 35 Cent müssten jedoch für den Bauern übrig bleiben, damit seine Existenz gesichert wäre. Das würde für den Verbraucher bedeuten, dass er 80 Cent für einen Liter Milch zahlen müsste. Wären Sie dazu bereit?

Die Auflösung:

Quelle: RP
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