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Mönchengladbach
Wie werden Bürger zu Sammlern?

Mönchengladbach: Wie werden Bürger zu Sammlern?
Die Kunstsammlerin Hiltrud Neumann hat jahrzehntelang Werke von regionalen Künstlern gekauft. Ihre komplette Wohnung ist voll davon. Jetzt hat sie ihre Sammlung dem Museum Goch vermacht. FOTO: Hans-Peter Reichartz
Mönchengladbach. Zu einer Fachtagung kamen gestern Künstler, Kulturbeauftragte und Studierende im Museum Abteiberg zusammen. Es ging um den Austausch von Ideen, die Vernetzung und das gemeinsame Ziel, regionale Künstler zu fördern. Von Inge Schnettler

Kunstsammler wie Hiltrud Neumann gibt es nur noch selten. Sie hat jahrzehntelang regionale Künstler unterstützt, indem sie deren Kunst kaufte. Ihre umfangreiche Sammlung hat sie kürzlich dem Museum in Goch vermacht. "Das war für uns der Anlass, uns einmal intensiv mit dem Thema Kunstförderung zu beschäftigen", sagt Thomas Hoeps. Der Leiter des städtischen Kulturbüros hat deshalb mit seinem Team und mit dem Chef des Museums Goch, Dr. Stephan Mann, ein entsprechendes Projekt initiiert. Gestern trafen sich Studierende des Masterstudiengangs Kunstvermittlung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Künstler und Kulturbeauftragte im Museum Abteiberg, um Ideen auszutauschen. Der Titel der Fachtagung: "Kunst, Bürger in Sammler zu verwandeln". Nach den Fachreferaten am Vormittag wurden nachmittags zwei Workshops angeboten.

Seit 1998 kümmert sich die städtische Kulturverwaltung unter dem Label c/o um professionelle Bildende Künstler in Mönchengladbach. Das Kulturbüro übernahm 2010 die Kulturförderung. Seitdem wurden zahlreiche Neuerungen eingeführt und die Öffentlichkeitsaktivitäten intensiviert. "Wir können mit der erreichten Resonanz eigentlich sehr zufrieden sein", sagt Thomas Hoeps. "Aber zugleich stellen wir fest, dass sich der Kunstmarkt gerade für Künstler abseits der großen Kunstzentren nicht unbedingt zum Positiven entwickelt. Wir fragen uns, ob wir neue Konzepte für die Künstlerförderung entwickeln können."

Und das taten sie dann auch. "Es war sehr spannend, sehr intensiv, die Zeit verflog nur so", sagte Thomas Hoeps nach dem Ende der Veranstaltung. Besonders aufschlussreich sei der Vortrag von Dr. Christoph Behnke von der Leuphana Universität Lüneburg gewesen. "Er berichtete von einer britischen Studie, die belegt hat, dass 40 Prozent der Menschen, die gern Kunst kaufen würden, es aus den unterschiedlichsten Gründen nicht tun."

Das wiederum belege, dass es durchaus einen Markt auch für regionale Kunst gebe. "Der Verkauf hängt dabei immer vom Symbolwert des Künstlers ab." Und da ist die Kulturförderung, so Thomas Hoeps, in Mönchengladbach auf einem sehr guten Weg - etwa mit dem c/o-Projekt, den Künstler-Ateliers und Ausstellungen. "Zudem sind wir im Kulturraum Niederrhein gut vernetzt."

Vernetzung sei ohnehin ein wichtiges Thema. Die Fachtagung sei nur der Auftakt zu mehr gewesen. "Wir müssen schauen, wer was in seinem Bereich macht und wie wir die regionalen Aktivitäten gut koordinieren können." Schon am 17. Februar geht es in Düsseldorf in die nächste Runde. "Wir haben gerade erst angefangen!"

Quelle: RP
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