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Mönchengladbach
Wilder Müll bleibt Dauerthema

Mönchengladbach: Wilder Müll bleibt Dauerthema
Diesen mit stinkenden Lebensmitteln gefüllten Kühlschrank fand Willi Acker im Grün der Graf-Haeseler-Straße. FOTO: Willi Acker
Mönchengladbach. Willi Acker glaubte seinen Augen nicht zu trauen, als er beim Spaziergang mit dem Hund einen Kühlschrank im Grün der Graf-Haeseler-Straße sah. Illegal entsorgter Elektromüll, die Tür mit einem Band zugeklebt. Acker ist erst irritiert, dann neugierig - und öffnet den Kühlschrank. Er ist gefüllt mit stinkenden Lebensmittel. "Elektrogeräte in der Natur entsorgen, ist inzwischen Alltag. Aber den alten Kühler nicht mal leer machen? Ich bin fassungslos", sagt ein erboster Willi Acker. Von Laura Harlos und Dieter Weber

Wilde Müllablagerungen sind Dauerthema in der Stadt. Eine Untersuchung ergab jüngst, dass auf jeden Gladbacher rund sechs Kilo "wilden Müll" entfallen - entsorgt in der Natur. Zum Vergleich führte der Gutachter Vergleichszahlen aus anderen Städten an: Da sind es durchschnittlich 1,5 Kilo. Das war ein Argument für CDU und SPD, als sie die Einführung von Rolltonnen beschlossen haben. Die Bürger hätten für Müll dann mehr Platz in der Tonne. FDP-Ratsmitglied Natascha Stephan bezweifelt, dass Rolltonnen großen Einfluss auf wildes Müllaufkommen haben werden. Sie weist auf die Bilanz der Mülldetektive hin. "Es werden in erster Linie sperrige Gegenstände entsorgt, die auch in den künftigen 120-Liter-Tonnen kaum Platz finden werden. Oder aber Renovierungs- und Gewerbeabfälle, die ebenfalls nichts im Restmüll zu suchen haben", so Stephan. So wie der Kühlschrank, den Willi Acker in Bettrath gefunden hat.

Dass das wilde Müllaufkommen bei der Festlegung des statistischen Mindestmüllvolumens berücksichtigt und damit generell ein Mindestvolumen von 15 Liter wöchentlich pro Person zugrunde gelegt wird, ist aus Sicht der Liberalen nicht gerecht. Stephans Parteifreund Burkhard Küpper rechnet vor: "Eine vierköpfige Familie wird gezwungen, bei zweiwöchiger Leerung eine 120-Liter-Tonne abzunehmen und muss wöchentlich 25 Liter wilden Müll statistisch mitfinanzieren. Tatsächlich sind es nicht diese Familien, die wilden Müll und zusätzliche Entsorgungskosten produzieren, sondern Menschen, die gar keine Mülltonne besitzen oder sperrigen Müll haben, der selbst bei Rolltonnen nicht im Hausmüll beseitigt werden könnte."

Quelle: RP
 
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