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Mönchengladbach
Windberger Grundschüler besuchen den Borussia-Park

Mönchengladbach. Der Besuch einer Umkleidekabine ist im Schulalltag etwas Alltägliches und nur wenig spektakulär. Nicht aber, wenn es sich um eine Kabine handelt, in der sich die Fußballprofis auf die nächste Halbzeit vorbereiten oder ausgelassen ihre Erfolge feiern. Dort, wo sonst sogar der Presse der Zutritt verwehrt wird, öffneten sich für die etwa rund 100 Drittklässler der Gemeinschaftsgrundschule Windberg die Türen. Raus aus dem Klassenzimmer - hinein ins Stadion. Ein Schulausflug der besonderen Art.

"Wer von euch weiß, was Borussia heißt? Das muss man wissen, wenn man ein wahrer Borussia-Fan ist." Verdutzt und ratlos lauschten die Kinder ihrem Tourguide im Foyer des Stadions - im Hintergrund die Vitrine mit einer Nachbildung des DFB-Pokals. Mit dieser Frage hatten sie offenbar nicht gerechnet. Eigentlich wissen sie doch alles über ihre Lieblingsmannschaft - doch was wäre ein Schulausflug, bei dem es nicht auch etwas Theorie zu lernen gibt? Die Auseinandersetzung mit zentralen Bereichen der Lebenswelt gehört zum Bildungsauftrag der Grundschule. "Borussia heißt Preußen. Borussia VfL. VfL? Wisst ihr denn, wofür das steht?" Ein einziger Arm schießt in die Höhe. Brav wird gewartet, bis man sprechen darf. Ganz wie im Unterricht. Eine Schülerin liefert die richtige Antwort und beeindruckt damit die Mitschüler. Fußball ist längst nicht mehr nur etwas für Jungs.

Empfangen wurden die insgesamt vier Klassen und ihre Lehrer im Pressekonferenz-Raum des Borussia-Parks, in dem ansonsten an Spieltagen Trainer und Spieler der Presse Rede und Antwort stehen. Die legendäre Hymne "Die Elf vom Niederrhein" sorgte schlagartig für eine Gänsehautstimmung bei allen Beteiligten und ebenso einen gelungenen Auftakt für die bevorstehende 90-minütige Stadionbesichtigung. Eingeteilt in kleinere Gruppen bekamen die begeisterten Fans Informationen zum Bau des Stadions, sie bestaunten den Innenbereich mit den Spielerkabinen, die Katakomben mit den Sponsorentafeln und sogar das Stadiongefängnis. "Darein kommt, wer sich nicht benehmen kann!" "Hier sieht man ja gar nichts vom Spiel. Das ist blöd", bemerken die Kinder mit skeptischem Blick und rümpfen die Nase, "außerdem riecht es komisch".

Als absolutes Highlight ging es für alle durch den Spielertunnel zum Fußballfeld an den heiligen Rasen und zu den Trainerbänken. In dem leeren und dadurch ungewohnt leisen Stadion konnten sie lauthals ihre Fangesänge Richtung Nordkurve und Pressetribüne unter Beweis stellen, bevor dann die Butterbrotdosen auf den Tribünen zum gemeinsamen Frühstück ausgepackt wurden. Im VIP-Bereich erhielten die Kinder anschließend Informationen zum Ablauf an den Spieltagen. Sie konnten einen Blick in die einzelnen Logen werfen, in denen sich auch ehemalige Fußballstars während der Spiele aufhalten.

Und dann gab es plötzlich noch helle Aufregung. "Da ist Oscar Wendt! Ich sehe Oscar Wendt!" Der Spieler ließ es sich in seiner Trainingspause nicht nehmen, den Kindern ein Autogramm auf Trikots, vorbereitete Bilder, Jacken oder Arme zu geben. Insgesamt ein ganz besonderes Erlebnis für alle, das sie so schnell nicht vergessen werden.

Quelle: RP
 
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