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Mensch Gladbach
Wir danken den vielen Martinsmarkt-Helfern

Mönchengladbach. Rührige Gemeinschaften, eine große Schar ehrenamtlicher Helfer und ein Top-Ereignis für tausende Kinder: Das ist - nein, keine TV-Serie und kein Computerspiel - sondern St. Martin. Das Fest ist heute wichtiger denn je.

Fangen wir dieses Mal mit einer guten Nachricht an: Am Donnerstagabend gab es 16 Martinszüge in der Stadt. Für die Polizei ist das zwar eine Art Großkampftag, da sie überall dafür sorgen muss, dass Autofahrer sich manierlich verhalten. Aber ist es nicht auch schön, dass sich dieses alte Brauchtum hält, für glänzende Kinderaugen sorgt und Familien bindet, weil es zum Treff mit Omas, Opas, Tanten und Onkel kommt?

Wie viele Vereine haben natürlich auch die Martinsvereine heute Probleme, genügend ehrenamtliche Helfer zu finden. Und trotzdem scheint St. Martin eine Renaissance zu feiern und sich trotz der Konkurrenz durch Halloween zu behaupten. Gestern Abend gab's in Hardt sogar zwei Martinsdarsteller - einer kann nicht reiten und macht den St. Martin für die Kleinen. Der andere kann reiten und ist für alle anderen da. Herrlich! Und an dieser Stelle ein dickes Lob und ein großes Dankeschön an alle, die sich um das Martinsbrauchtum kümmern.

Bleiben wir beim Martin und wenden wir uns den namensgleichen Märkten zu. Ich konfrontiere Sie mal mit zwei Aussagen. "Wir sind super zufrieden!", sagt ein Geschäftsmann. Eine Ausstellerin erklärt: "Der Markt hat eine immens hohe Wertigkeit." Und ich frage Sie: Meinten diese Interviewten den Rheydter Martinsmarkt? Nein. Die erste Aussage stammt vom Korschenbroicher Martinsmarkt, den mehrere tausend Menschen besuchten. Die zweite Erklärung ist aus Viersen, wo mehr als 40.000 Besucher beim Martinsmarkt zu Gast waren. Und in Rheydt? Da war der Martinsmarkt nach der plötzlichen Absage von neun Händlern (!) nur noch ein verkappter Trödelmarkt und die Besucherschar überschaubar. Da die Rheydter ihre Veranstaltung nicht selbst mit Ständen bestückten, sondern einen Markt-Betreiber einkauften, muss man schon fragen: Wie sah denn der Vertrag mit dieser Agentur aus, dass die Händler mit einem simplen Verweis aufs Wetter absagen konnten und am Ende dann doch die Sonne schien?

Und wer sich erinnert: Vor ein paar Jahren sorgten die Rheydter für viel Wirbel, weil sie den Odenkirchenern deren Alleinstellungsmerkmal Martinsmarkt nahmen, ihren eigenen auf dasselbe Datum terminierten und sich nicht darum scherten, dass der Odenkirchener eine 30-jährige Tradition hat. Gut, heute sind die Wogen geglättet, und es gibt zwei unterschiedliche Martinsmarkt-Termine. Deshalb wäre es doppelt schade, wenn der Rheydter ein ungewisses Schicksal nehmen sollte. Dem Odenkirchener Martinsmarkt ist am morgigen Sonntag jedenfalls mehr Erfolg zu wünschen.

Unser Oberbürgermeister ist fleißig im sozialen Netzwerk Facebook unterwegs. Und da lasen wir, dass es Hans Wilhelm Reiners bedauert, weil er nicht zum DFB-Pokalspiel ins Stadion kann, da am selben Tag der Rat tagt und er sich mehr oder weniger lange Haushaltsreden anhören und 40 Tagesordnungspunkte behandeln muss. Nicht schön? Vielleicht. Aber das ist ja sein Job. Und in dieser Ratssitzung geht es immerhin um die finanzielle Zukunft der Stadt. Außerdem wird über ein Müllsystem debattiert. Das verspricht Spannung - gerade für den OB.

Quelle: RP
 
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