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Mönchengladbach
Wir machen den Vor-Frühjahrsputz

Mönchengladbach: Wir machen den Vor-Frühjahrsputz
Die RP-Mitarbeiter Milena Remus und Marcel Romahn haben gestern draußen aufgeräumt. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Am 12. März befreien die Gladbacher beim Frühjahrsputz ihre Stadt vom Müll. Etliche Gruppen haben sich bereits für die Aktion angemeldet. Zwei RP-Mitarbeiter haben vorab schon mal rund um die Redaktion aufgeräumt. Von Marcel Romahn und Milena Remus

Bald werden wieder tausende Gladbacher zu Müllsack und Zange greifen und die Straßen, Grünstreifen und Parkplätze vom Müll befreien. Organisiert wird der große Frühjahrsputz von der Rheinischen Post, der GEM sowie der Stadtsparkasse. Um herauszufinden, welche Herausforderungen auf die diesjährigen Müllsammler zukommen und wie viel Müll draußen auf den Straßen auf sie wartet, haben wir vorab den Test gemacht. Zwei RP-Mitarbeiter haben in der Nachbarschaft schon mal ein wenig aufgeräumt.

Start unseres Vor-Frühjahrsputzes ist am Parkplatz des benachbarten Supermarktes an der Lüpertzender Straße. Ausgestattet mit Müllsammler-Equipment, das uns von der GEM zur Verfügung gestellt wurde, machen wir uns an die Arbeit. Zigarettenstummel, Schnapsflaschen, Kronkorken und Kaugummipapier - die Müllsäcke füllen sich schnell. "Sind Sie Supermarkt-Angestellter", fragt ein Autofahrer, der gerade seinen Wagen in einer der Parkbuchten abgestellt hat. Wir erklären ihm, was wir hier machen, dass in Gladbach bald das Großreinemachen beginnt und dass jeder mitmachen kann. "Tolle Aktion", antwortet der junge Mann. "Vielleicht wird es dann mal hier etwas sauberer." Wir geben unser Bestes. Doch zu zweit schaffen wir das niemals. Für die Gladbacher wird also bis zum 12. März noch jede Menge Arbeit übrig bleiben.

Die Ausbeute des Vor-Frühjahrsputzes - zum Großteil Plastikmüll. FOTO: Ilgner Detlef (ilg)

Mit halbvollen Säcken ziehen wir weiter Richtung Bismarckplatz. Nach mehrfachen Missverständnissen mit Passanten - nein, wir sind keine Politessen, Sozialarbeiter oder Mitarbeiter des Ordnungsamtes - arbeiten wir uns von der Bushaltestelle bis auf die andere Seite des Platzes zu den Parkbuchten vor. Besonders die Senioren, die uns dabei teils sehr genau beäugen, freuen sich darüber, dass kaum ein Taschentuch, Papierfetzen oder altes Bonbon von unseren Kneifzangen verschont bleibt. Zugegeben: Blitzblank war der Bismarckplatz nach einer halben Stunde nicht. Nur mit unseren Handschuhen konnten wir in den Büschen nicht bis zur letzten Cola-Dose vordringen. Aber rund um die Redaktion gibt es noch weitere Müll-Hot-Spots. Weiter geht es also zur Postgasse.

In der kleinen Seitenstraße wundern wir uns, was einige Bürger tatsächlich auf die Straße werfen. Für große Heiterkeit sorgt da beispielsweise der Beutel für Hundekot, der vom Vierbeiner gefüllt und vom Herrchen anschließend auf die Straße geschmissen wurde. Immerhin war er zugeknotet. Ein weiteres Highlight im Müllsack ist der gut erhaltene Modeschmuck aus der Drogerie, gefunden in einer Hecke am Straßenrand. Wir vermuten: ein Geschenk des Verehrers, das der Angebeteten offenbar nicht sonderlich gefallen hat. Letzte Station auf unserer Sammler-Route ist die Friedrichstraße. Hier zeigt sich, dass die viele kleinen Jecken beim Veilchendienstagszug nicht besonders gründlich gearbeitet haben. Mehr als die Hälfe des Mülls, den wir aus den Grünstreifen herauspicken, sind Süßigkeiten. Allerdings wird daran jetzt niemand mehr Freude haben.

Fertig! Die Müllsäcke sind voll und mit dem guten Gefühl, am Vormittag etwas Nützliches vollbracht zu haben, machen wir uns auf den Weg zurück in die Redaktion. Dort wird die GEM den gesammelten Müll wie vereinbart abholen. Wer auch beim Frühjahrsputz mitmachen möchte, hat noch bis zum 5. März Zeit, sich bei der RP anzumelden.

Quelle: RP
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