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Mönchengladbach
Wir sind Gladbachs Sternsinger

Mönchengladbach: Wir sind Gladbachs Sternsinger
Vier Weise aus dem Morgenland im Gewerbegebiet Güdderath. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. In diesen Tagen ziehen hunderte Sternsinger durch die Stadt und sammeln Spenden für notleidende Kinder. Wir haben drei Gruppen begleitet. Von Angela Rietdorf

Es ist ein nicht alltäglicher Anblick, ein wenig märchenhaft, ein Bruch mit den Gewohnheiten: unter dem grauen Januarhimmel ziehen Kinder mit Krone, Turban, Umhang und Stern durch das Gewerbegebiet von Güdderath. Sie klingeln bei Getränkeherstellern und Fleischlieferanten, im Kartoffelgroßhandel oder bei Verpackungsherstellern. "Geführt von Gottes Hand", wie sie singen, bringen sie den Segen der Sternsinger in Büros, Foyers und Hallen. Sie sorgen für einen kurzen Moment für eine Unterbrechung des täglichen Betriebs und bringen die Menschen zum Lächeln. Die Weisen aus dem Morgenland bei der Industrie.

Morgens um neun Uhr hatten sich die Sternsinger von St. Laurentius in Odenkirchen getroffen, verkleidet und in zwei Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe wird von einem Erwachsenen begleitet und übernimmt einen Teil des Gewerbegebiets. Gerd Koch ist schon viele Jahre dabei, organisiert, fährt und begleitet die Sternsinger. "Wir kommen nicht überall hinein", sagt der 53-Jährige. "Internationale Konzerne tun sich da oft schwer. Aber es gibt auch da Ausnahmen. Bei Coca Cola oder Zalando sind wir immer herzlich willkommen."

Die Gruppe, mit der Gerd Koch unterwegs ist, besteht aus vier Sternsingern. Jacques ist mit seinen 15 Jahren der Älteste. An diesem Tag ist er noch als Sternsinger unterwegs, an den folgenden Tagen, wenn die Weisen aus dem Morgenland von Haus zu Haus ziehen, wird er als Hilfsgruppenleiter dabei sein. Er ist schon zum achten Mal mit Stern und Krone unterwegs. "Es ist gut, anderen helfen zu können", sagt er.

Im Gewerbegebiet beginnt die Gruppe im Restaurant Route 61, wo Fernfahrer Rast machen. Sie singen, bringen ihren Aufkleber CMB 2016 (Christus Mansionem Benedicat) an und bekommen eine Spende in ihre Sammelbüchse gesteckt. Nicht nur von der Restaurantleiterin, sondern auch von dem Fernfahrer, der einsam seinen Kaffee trinkt. Weiter geht es durch Büros, wo manchmal die Mitarbeiter, meist aber die Firmen eine Spende in die Sammelbüchse stecken. Die Sternsinger sind entsprechend ausgerüstet, notieren die Adressen und Beträge und versprechen die Zusendung von Spendenquittungen. Manchmal müssen sie ein wenig vor der Tür warten, bis jemand sie abholt, denn auch die Heiligen Drei Könige können heute nicht so einfach auf ein Betriebsgelände gelangen. Aber schließlich öffnen sich die Tore wie bei Coca Cola, zwei lächelnde Männer nehmen den Segen entgegen, haben ihrerseits ein paar Geschenke und eine Spende mitgebracht und freuen sich über den Besuch. "Danke, dass ihr gekommen seid. Ich finde das ganz toll", sagt Ulrich Kersten, der den Betriebsleiter vertritt.

Quelle: RP
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