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Mönchengladbach
Wird die Bücherei doch zur Mediathek?

Mönchengladbach: Wird die Bücherei doch zur Mediathek?
Entsteht hier ein Anbau für die Stadtbibliothek Blücherstraße, wenn die Stadt Fördergeld bekommt? Eine Ausbauplanung aus 2013 liegt vor. FOTO: Ilgner
Mönchengladbach. Die Stadt hat gute Chancen, erneut Fördermillionen zu bekommen, um Alt-Gladbach aufzuwerten. Gestalterisch und baulich. Das könnte sich auch positiv auf die Stadtbibliothek auswirken: Eine Erweiterung würde dann wieder Thema. Von Dieter Weber

Als das gescheiterte Ampel-Bündnis aus SPD, Grünen und FDP Anfang 2013 den Bau einer neuen Stadtbibliothek an der oberen Hindenburgstraße beschloss, war das Projekt für Fachleute und Bürger ein Wolkenkuckucksheim: Es galt als nicht finanzierbar und überdimensioniert, nicht einmal die erforderlichen Grundstücken gab es. Die damalige Diskussion machte bei allen Kontroversen aber auch deutlich: Der jetzige Standort an der Blücherstraße liegt zwar mitten in der Stadt und recht idyllisch. Doch die Möglichkeiten, innerhalb des bestehenden Gebäudes die Bibliothek für die Erfordernisse der Zukunft auszurichten, sind räumlich relativ gering. Vor allem aus Kostengründen entschied die Politik damals: Das Haus wird saniert - energetisch und brandschutztechnisch. Mehr nicht. Mittlerweile ist wieder Bewegung in die Planung gekommen: Es gibt nun durchaus die Chance, die Bücherei zur Mediathek umzubauen.

Denn die Stadt hat gute Karten, in ein Fördervorhaben zu rutschen, das ihr mehrere Millionen Euro Zuschuss bringen kann. Es firmiert als "Integriertes Handlungskonzept" und ist vergleichbar mit dem Innenstadtkonzept Rheydt. Bei den Fördergebern der Sozialen Stadt Rheydt gilt Mönchengladbach als eine Art Vorzeigeprojekt - was dort in den vergangenen Jahren entstanden ist, hat landesweit Vorbildcharakter. Deshalb gab es positive Signale, als die Stadt vorfühlte, ob Vergleichbares auch auf Alt-Gladbach übertragen werden kann. Eine Entscheidung, ob die Stadt Fördermillionen erhält, fällt in den nächsten Monaten. Falls Gladbach den Zuschlag bekommt, wird die Bücherei voll miteinbezogen.

Das bedeutet aber auch: Das städtische Gebäudemanagement muss sicherstellen, dass der Brandschutz im Haus Blücherstraße gewährleistet bleibt. Das war bei den Diskussionen, wie die Zukunft der Stadtbibliothek aussehen kann, immer das Hauptargument der Planer. Sie haben immer wieder darauf hingewiesen, dass die Bezirksregierung die Bücherei schließen wird, wenn die Stadt nicht die Auflagen erfüllt. Einmal hat die Stadt bereits die Betriebsgenehmigung nach einer intensiven Prüfung und baulichen Korrekturen geändert. Das wird jetzt ein weiteres Mal passieren, damit die Stadtbibliothek an der Blücherstraße auch über 2016 öffnen kann. Bis dahin ist dann auch entschieden, ob die Stadt in das Förderprogramm kommt und die Bücherei ausgebaut werden kann.

Der frühere Technische Beigeordnete Andreas Wurff hat 2013 durchrechnen lassen, wie teuer eine Erweiterung der Bücherei ist. Es gab damals drei Sanierungsmodelle und einen konkreten Ausbauplan: Danach sollten der Bautrakt für die Sachbuchabteilung nach vorne in Richtung Straße gezogen und der Innenhof in die Bücherei integriert werden. So könnten insgesamt rund 770 Quadratmeter zusätzliche Fläche im Büchereigebäude Blücherstraße entstehen. Diese Erweiterung sollte rund 2,1 Millionen Euro extra kosten und wäre auf die Kosten für Brandschutz und energetische Sanierung (5,4 Millionen Euro seinerzeit) aufgeschlagen worden. Es ist davon auszugehen, dass Wurffs Nachfolger Gregor Bonin den Politiker noch andere Vorschläge unterbreiten wird. Und das möglichst noch in diesem Jahr.

Quelle: RP
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