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Mönchengladbach
Wo die Schätze vom Himmel fallen

Mönchengladbach: Wo die Schätze vom Himmel fallen
Judith Dahmen-Beumers und Andreas Beumers schauen in den Spiegel von Monika Nelles' Arbeit "Koffer des Diamantenhändlers", der die Schätze der Künstler von unten wiedergibt. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Zum 15. Geburtstag ihres "Kunstraum No. 10" zeigen Judith Dahmen-Beumers und Andreas Beumers Arbeiten von allen Künstlern, die in dieser Zeit in der Galerie ausgestellt haben. Jeder Künstler gestaltete zudem einen Katalog. Von Sigrid Blomen-Radermacher

Wer morgen ab 11.30 Uhr die Jubiläumsausstellung im Kunstraum No. 10 an der Matthiasstraße 10 besucht, wird mit dem Motto "Kunst statt Sonntagsbraten" konfrontiert. Letzteren sollte der Kunstfreund besser verschieben. Stattdessen sollte er zum Besuch der Galerie eine ordentliche Portion Zeit mitbringen. Satt werden an Kunst ist garantiert. Immerhin zeigen Judith Dahmen-Beumers und Andreas Beumers zum 15. Geburtstag ihres Kunstraums Arbeiten von mehr als 50 Künstlerinnen und Künstlern. Alle tauchten in den letzten 15 Jahren in 96 Ausstellung auf.

Insgesamt waren es 66 Künstlern, die ihre Arbeiten der Öffentlichkeit präsentierten. Schon im März des vergangenen Jahres begann Andreas Beumers mit den Vorbereitungen der Jubiläumsausstellung, indem er den Künstlern einen Katalog schickte. Darin sind von der 1. Ausstellung mit Arbeiten von Hannes Forster 2001 bis zur letzten mit Arbeiten von Ingrid Langanke im letzten Jahr alle Ausstellungen aufwendig dokumentiert. Die Umschlagseiten allerdings waren Blankoseiten. Die Bitte von Beumers an die Künstler lautete, den Umschlag oder den gesamten Katalog zu gestalten. Die Künstler erhielten drei Exemplare, von denen sie zwei der Galerie zur Verfügung stellten.

Und diese Flut von Büchern, Schubern, Verhüllungen, von innen und außen gestalteten Katalogen stehen auf Borden an den Wänden der beiden Ausstellungsräume. Laden ein, zu berühren - ja, hier darf die Kunst ausnahmsweise einmal berührt werden - zu blättern, zu staunen - und berührt zu werden.

Spaß macht es, zu "raten", welcher Künstler welches Buch gestaltet hat: Hannes Forster hat seine typischen Kreuzformen verwendet, Karl-Heinz Heming eine Verhüllung aus Holz gestaltet, Günther Zins verpackt den Katalog in seine filigranen Edelstahlstäbe. Christa Walters hat die Seiten eines Katalogs zerknäuelt und sie an die Wand gehängt. Außergewöhnlich auch der Beitrag von Francois du Plessis, der die Katalogseiten "zersägt" hat und zusammengerollt hat: Künstlerische Jahresringe tun sich auf. Der ehemalige Stipendiat Erlend Larsen hat den Umschlag bezeichnet und benäht, Ulli Böhmelmann versteckt ihn unter einer Schicht von weißem, duftigem Vliesstoff. Jochen Mura hat das Layout des Kataloges bearbeitet: Er überträgt die Stellen, an denen die Bilder sind als Leerstellen auf Kartons, schichtet sie und baut ein Modell des Katalogs. Dagegen hat Gisela Weyand nur die Fotos verwendet und eine Collage daraus gestaltet. Es ist eine Fülle von haptisch und ästhetisch reizvollen Arbeiten - man kann sich wirklich kaum satt sehen und satt erzählen.

Und damit nicht genug: Monika Nelles, die vor 15 Jahren als zweite Künstlerin ausstellte, zeigt zum Jubiläum den "Koffer des Diamantenhändlers": Ein Schatz pro Künstler hängt von der Decke und wird von einem Spiegel reflektiert - eine poetische Arbeit. Der Kunstraum No. 10 bereichert die Kulturszene der Stadt erheblich.

Eröffnung: morgen ab 11.30 Uhr. Öffnungszeiten bis 31. Januar: freitags von 17 bis 19 Uhr und samstags sowie sonntags von 15 bis 17 Uhr.

Quelle: RP
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