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Mönchengladbach
Xavier Naidoo ganz befreit

Xavier Naidoo bewegt Tausende im Hockeypark
Xavier Naidoo bewegt Tausende im Hockeypark FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. Der Soul- und R'n'B-Sänger machte auf seiner "Frei sein"-Tour Halt im Sparkassenpark. Er sang für rund 15000 Zuhörer. Von Nadine Fischer

Etwas ungelenk versucht Konzertbesucherin Alina mit einem Schlüssel Xavier Naidoos Handschellen zu lösen. "Du bist keine Feinmechanikerin, gell?", fragt der Soulsänger gutmütig lächelnd die junge Frau, die neben ihm auf der Bühne im Sparkassenpark steht - beobachtet von rund 15 000 Augenpaaren. Dann endlich hat sie es geschafft, Naidoo bedankt sich: "Du hast mich befreit!".

Was das Ganze soll? Der Mannheimer ist gerade unterwegs auf seiner Open Air-Tour "Frei sein", da passt so ein symbolischer Akt natürlich in die Dramaturgie. Zwei Stunden lang singt er am vergangenen Freitag im Sparkassenpark für die Masse, schickt von Mönchengladbach aus über die A 61 Grüße in seine Heimatstadt und bringt Pärchen auf Kuschelkurs.

"Irgendwie kommt ihr mir hier alle bekannt vor", ruft Naidoo, der zum dritten Mal im Sparkassenpark auftritt, zwischen zwei Liedern. Sein Fan Sarah Grote erlebt ihn dort nach 2012 zum zweiten Mal. "Xavier hat eine supertolle Stimme. So kraft- und gefühlvoll", schwärmt die Hagenerin. "Seine Texte gehen einfach unter die Haut", sagt sie und ist ganz verzückt, als der Soulsänger "Ich kenne nichts (das so schön ist wie du)" anstimmt. Da möchte die 31-Jährige im Stehplatzbereich einfach nur ihren Freund Robert in die Arme schließen und mit ihm schmusen.

Weit härter und weniger kuschelig ist es, als Xavier Naidoo - noch in Handschellen - zusammen mit Daniel Wirtz dessen Lied "Frei" singt. Viele Fans sehen Wirtz an diesem Abend nicht zum ersten Mal: Der Rocker hatte den Konzertabend um kurz vor 19 Uhr mit seiner Band als Vorgruppe eröffnet, Naidoo war dafür eigens kurz auf die Bühne gekommen und hatte ihn angekündigt. Später am Abend, als dunkle Wolken über den Sparkassenpark ziehen und ein paar Regentropfen verlieren, bittet Naidoo wieder einen Kollegen zu sich: den Rapper Nico Suave. Mit ihm singt er "Danke" und widmet das Stück "allen zu früh gestorbenen Vätern". Er plaudert über die Funktionswäsche, die er trägt, grüßt Rollstuhlfahrerin Sabrina, die ihn vor dem Konzert backstage besucht hat, bevor er beschließt: "Ich grüße alle Sabrinas!" Da passt es, dass er auch "Frei sein" bringt - eigentlich ein Duett mit Sabrina Setlur. Naidoo singt einige seiner Hits, das Publikum lauscht meist bedächtig und entspannt. Er haucht "Sie sieht mich nicht", fordert "Bitte hör' nicht auf zu träumen" und singt natürlich auch "Dieser Weg". Schon nach den ersten Tönen stimmen fast alle ein, überall werden Mobiltelefone gezückt und Aufnahmetasten gedrückt. An diesen Moment wollen sich die Fans erinnern: Mit Xavier Naidoo unter freiem Himmel in Mönchengladbach, seine sanfte Stimme bringt sie zusammen.

Eine gute halbe Stunde später wird wieder eifrig mitgefilmt. "Unglaublich, dieses Handymeer", murmelt auf der Tribüne die Kölnerin Anka Kluivert. Xavier Naidoo ist mittlerweile bei den Zugaben angekommen, jetzt sitzt er auf einem Hocker und singt Andreas Gabaliers "Amoi seg' ma uns wieder". "Ich mag seine Stimme, die ist super", sagt die 58-Jährige. Um Naidoo live zu sehen, hätte Anka Kluivert eigentlich gar nicht nach Mönchengladbach fahren müssen - denn er spielt im November mit den Söhnen Mannheims in Köln. "Aber nicht Open Air, und das finde ich viel schöner", betont sie. Eine Zugabe gönnt sich Anka Kluivert noch, dann bricht sie in Richtung Parkplatz auf. Xavier Naidoos Stimme begleitet sie ein Stück auf ihrem Weg.

Quelle: RP
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