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Mönchengladbach
Zertifizierung für Neuwerker Gelenk-Spezialisten

Mönchengladbach. Das Krankenhaus Neuwerk verfügt über das einzige zertifizierte Endoprothetik-Zentrum der Stadt. Von Angela Rietdorf

"Früher hat der Planungsvorgang für eine Operation mindestens eine halbe bis dreiviertel Stunde gedauert", sagt Professor Dr. David Pfander, Chefarzt der Klinik für Orthopädie am Krankenhaus Neuwerk. "Heute können wir digital planen, das geht viel schneller und ist sehr exakt." Bei der Implantation von künstlichen Gelenken müssen Achsen vermessen, die Länge und die Stellung des Beines berücksichtigt werden. Dabei hilft die digitale Technik. Aber bei der Operation selbst kommt es in hohem Maße auf handwerkliches Geschick und Routine an. Beides können die Operateure der orthopädischen Klinik nachweisen: Rund 600-mal im Jahr implantieren sie künstliche Hüften und Kniegelenke.

Mit dieser hohen Zahl von Operationen übererfüllen sie ein Kriterium, das für eine Zertifizierung als Endoprothetik-Zentrum nötig ist. Vorgeschrieben sind mindestens 200 Operationen jährlich, also nur ein Drittel der in Neuwerk jährlich durchgeführten Eingriffe. Die Klinik hat im Dezember das gesamte Zertifizierungsverfahren durchlaufen und darf sich als einzige Einrichtung in der Stadt nun Endoprothetik-Zentrum der Maximalversorgung nennen. Bei dem umfangreichen Verfahren waren zwei Prüfer zwei Tage lang vor Ort und kontrollierten alle Abläufe von der Patientenaufnahme bis zur Entlassung. Es wurde geprüft, wie die Patienten aufgeklärt werden, wie Behandlungsprozesse ablaufen und wie die Schnittstellen der Prozesse beschaffen sind. "Wir müssen die Behandlungspfade nachweisen genauso wie zum Beispiel die Standards der Anästhesisten", erklärt der Chefarzt.

Wichtig ist außerdem, dass nicht nur Operationen durchgeführt werden, bei denen die Endoprothesen erstmalig implantiert werden, sondern auch eine ausreichende Zahl von Wechsel-Endoprothetik, nämlich jährlich mindestens 50. Bei der Wechsel-Endoprothetik werden vorhandene Prothesen ersetzt. "Der Abrieb ist bei den älteren Gelenken häufig ein Problem", erklärt Pfander. "Heute werden andere Materialien verwendet, bei denen es kaum noch Abrieb gibt, aber trotzdem kann man nicht davon ausgehen, dass die Prothesen ein Leben lang halten." Es könne immer nötig werden, sie austauschen zu müssen.

Das Krankenhaus Neuwerk verfügt über jahrzehntelange Erfahrung auf dem Gebiet der Endoprothetik. Dr. Bernard Verhestraeten ist seit Anfang der 90er als Orthopäde in Neuwerk tätig und hat mittlerweile über 13.000 Operationen durchgeführt. "Die Endoprothetik gehört zur Kernkompetenz unseres Krankenhauses", stellt Geschäftsführer Markus Richter fest. "Deshalb ist die Zertifizierung als einziges Zentrum in der Stadt für uns eine besondere Auszeichnung. Und für die Patienten ein Qualitätsnachweis und eine Orientierungshilfe."

Mit mehr als 400.000 Eingriffen jährlich deutschlandweit ist die Implantation von künstlichen Gelenken eine der am häufigsten durchgeführten Operationen am Bewegungsapparat - Tendenz steigend.

Quelle: RP
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