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Ärger über Busse in Mönchengladbach
Zu groß, zu laut

Ärger über Busse in Mönchengladbach: Zu groß, zu laut
Toni Baues, Heinz Peter und Hildegard Florack sowie Reiner Staas wohnen "Am Hommelsbach" und ärgern sich seit einigen Monaten über die Busse, die ihre Straße durchfahren. Mehr als 40 große Gelenkbusse kommen hier am Tag vorbei - das blockiere die Straße und sei sehr laut, sagen die Anwohner. FOTO: Marlen kess, Toni Baues
Mönchengladbach. Seit der Fahrplanänderung der NEW im Juli fahren durch die Straße "Am Hommelsbach" 40 Gelenkbusse pro Tag. Diese sind zu groß für die Straße, finden Anwohner. Maßnahmen von Stadt und NEW reichen ihnen nicht. Von Marlen Kess

Eigentlich wohnen Hildegard und Heinz Peter Florack gerne in ihrem Haus "Am Hommelsbach": ein roter Klinkerbau mit großem Garten. Doch seit dem Sommer ist das anders. Am 15. Juli stellte die NEW den Fahrplan um. Seitdem fahren täglich mehr als 40 große Gelenkbusse durch die Straße, zudem Lkw und Autofahrer, die Kinder aus dem anliegenden Kindergarten abholen. Teilweise bleiben die Busse bis zu zehn Minuten lang stehen, "Am Hommelsbach" ist eine Endhaltestelle. Dazu kommen Lkw, die die Straße trotz Durchfahrverbots passieren. Das Ergebnis: "Die Straße ist andauernd blockiert und für uns Anwohner ist es laut und stressig", sagt Hildegard Florack.

Mit anderen Anwohnern beschwerten sich die Floracks bei NEW und Stadt - bisher ohne Erfolg. "Man sagt uns, die Beschwerde werde bearbeitet, aber dann passiert nichts", sagt Toni Baues. Ende Oktober reichte es ihnen: Sie schrieben einen offenen Brief, unter anderem an die NEW, OB Hans Wilhelm Reiners (CDU) und Bezirksvorsteher Hermann-Josef Krichel-Mäurer (SPD). Sie fordern, dass die Busse keinen langen Halt mehr in ihrer Straße einlegen. "Außerdem ist die Frequenz zu hoch", sagt Toni Baues, "die Busse sind sowieso nie voll besetzt." Sie fahren zwischen vier und 20 Uhr. Auch der Einsatz der Gelenkbusse erschließt sich den Anwohnern nicht. "Vorher haben normal große Busse gereicht und das Fahrgastaufkommen ist nicht gestiegen", sagt Heinz Peter Florack.

Krichel-Mäurer kann den Unmut verstehen, bittet aber gleichzeitig um Geduld. Gemeinsam mit dem Bettrather Ratsherr Robert Baues habe er sich bereits mit den entsprechenden Stellen in Verbindung gesetzt, etwa dem Planungsbüro der Stadt und der NEW. "Doch die haben seit der Fahrplanumstellung natürlich mit vielen Änderungen und auch Beschwerden zu tun, das kann dann schon mal dauern."

FOTO: Toni Baues

NEW und Stadt bestätigen den Eingang der Beschwerden - und verweisen auf bereits angewiesene Maßnahmen, die man bei einer gemeinsamen Ortsbegehung vereinbart hätte. Dazu gehört laut Stadtsprecher Dirk Rütten, dass die NEW-Fahrer dazu angewiesen werden, so weit vorne zu halten, dass die Straße für Pkw weiter zu passieren ist.

Das bestätigt auch NEW-Sprecherin Daniela Veugelers. Es könne allerdings nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass auch in Zukunft ab und an zwei Busse gleichzeitig an der Endhaltestelle eintreffen. In Sachen Lkw erklärt Dirk Rütten, die Stadt habe die Polizei darum gebeten, vermehrt Kontrollen durchzuführen. Zudem sei die Verbotsbeschilderung verbessert worden.

Den Anwohnern reicht das nicht aus. "Bei uns im Haus rappeln bei jedem Bus die Tassen im Schrank", sagt Reiner Staas, "die neuen Busse sind einfach zu groß für eine schmale Straße wie diese, die baulich dazu noch in einem schlechten Zustand ist." Das Ehepaar Florack klagt zudem über teilweise unverschämtes Verhalten der Busfahrer. "Manchmal haben wir im Sommer im Garten gesessen, und dann hat plötzlich jemand gegen die Hecke gepinkelt", sagt Heinz Peter Florack. "Das ist mehrfach vorgekommen und immer waren es NEW-Busfahrer, die bei ihrer Pause kein Toilettenhäuschen zur Verfügung haben."

Die Floracks überlegen nun sogar, wegzuziehen und ihr Haus zu verkaufen. "Wir können nachts das Schlafzimmerfenster nicht mehr offen lassen, weil hier ab vier Uhr drei Mal die Stunde Busse fahren, so früh oft ohne Fahrgäste", sagt Hildegard Florack, "dazu kommen die Abgase." Mit den anderen Anwohnern will sie durchsetzen, dass die Busse hier keinen Pufferhalt mehr einlegen - und dass insgesamt weniger Busse fahren. Bislang sind Stadt und NEW dabei aber nicht gesprächsbereit.

Quelle: RP
 
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