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Mönchengladbach
Zweitkleinster Kleingartenverein der Stadt wird 100

Mönchengladbach. In Holt an der Heinrich-Dieck-Straße gibt es den Kleinengartenverein "Am Siebenmorgen", der nicht nur mehrmals umziehen musste, sondern auch mehrmals gegründet wurde. Das hört sich kompliziert an, ist aber einfach das Ergebnis einer hundertjährigen, bewegten Geschichte. Angefangen hatte alles während des Ersten Weltkrieges im Jahr 1917 an der Bahnstraße. Damals war die Parzelle im Kleingartenverein aber eher nicht dazu gedacht, um dort entspannende Tage als Freizeitgärtner zu verbringen. Sie war vielmehr eine Möglichkeit, sich mit den fehlenden Lebensmitteln zu versorgen. "Der Nutzwert war höher als der Freizeitwert", erklärt Heinz-Josef Claßen (74), Ehrenvorsitzender des Kreisverbandes der Gartenfreunde. Von Daniela Gefgen

Als 1985 die Monschauer Straße gebaut wurde, musste der Verein an die Heinrich-Dieck-Straße umziehen. Hier fühlen sich die 16 Mitglieder von Mönchengladbachs zweitkleinstem Kleingartenverein rundum wohl. Das Durchschnittsalter liegt im oberen Bereich. "Du gehörst ja noch zu den Jüngsten", sagt Claßen lachend zu Georg Fels. Der 70-Jährige ist der Vorsitzende des KGV "Am Siebenmorgen" und seit fünf Jahren dabei. "Gärtnern war immer mein Hobby. Ich sehe gerne, wenn es wächst. Und ich freue mich darüber, wenn ich eigene Dinge ernten kann." Claßen ist schon seit 38 Jahren Kleingärtner. Er konnte in dieser Zeit beobachten, dass sich das Interesse der Menschen an ein eigenem Stück Garten geändert hat. "Damals gab es Wartelisten, jeder war dankbar, wenn er eine Parzelle bekommen hat." Früher hat man sich gemeinsam mit der Familie um seinen Kleingarten gekümmert. Heutzutage sind die Familien nicht mehr so eng zusammen, jeder geht seinen eigenen Weg und hat andere Vorstellungen von Freizeitgestaltung. Besonders streng hält es der KGV "Am Siebenmorgen" nicht mit den berüchtigten Kleingarten-Regeln für das eigene Gartengrundstück. "Wir wollen das bei uns locker und leger halten", erzählen Fels und Claßen. Dafür spricht, dass den Beiden bei der Frage nach einem Beispiel für eine Regel nur eine maximale Laubengröße von 24 Quadratmetern einfällt. Nichts von Wuchshöhe des Rasens oder ähnlichem.

"Einen Bio-Bauern brauchen wir nicht", erzählt Claßen stolz. "Das können wir alles selber machen."

Quelle: RP
 
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