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Mönchengladbach
Zwölf Millionen Euro für neue Brücken

Mönchengladbach: Zwölf Millionen Euro für neue Brücken
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Mönchengladbach. Bei einem Drittel aller städtischen Brücken ist die Instandhaltung nicht mehr wirtschaftlich vertretbar. Bis 2021 werden elf Bauwerke saniert oder abgerissen und ersetzt - eigentlich müssten es noch mehr sein. Von Ludwig Krause

Rund 390 Brücken gibt es in Gladbach, 175 davon sind in der Baulast der Stadt. Wie es um deren Zustand bestellt ist, hat jetzt eine Anfrage unserer Redaktion ergeben. Ergebnis: Allein von den städtischen Brücken sind mindestens 30 Prozent derart beschädigt, dass weitere Unterhaltungsmaßnahmen zur Wiederherstellung der Dauerhaftigkeit nicht mehr wirtschaftlich vertretbar sind. Dabei muss die Stadt entscheiden, ob eine Nutzung der Bauwerke weiterhin möglich ist, oder ob sie im Verlauf der kommenden fünf Jahre saniert, wenn nicht sogar gleich gegen eine komplett neue Brücke ausgetauscht werden muss.

Bis 2021 müssen etwa zwölf Millionen Euro in die Infrastruktur der Brücken investiert werden. Und es könnte sogar noch mehr sein. "Aufgrund der großen Anzahl der geschädigten Bauwerke können nicht alle Sanierungs- oder Neubaumaßnahmen kurzfristig umgesetzt werden", heißt es von der Stadt. Vorrangiges Ziel sei daher die Erhaltung und der Ausbau der übergeordneten Infrastruktur. Welche Brücken dazugehören, entscheidet sich nicht nur anhand des Zustands, sondern auch am allgemeinen Verkehrsaufkommen, dem Lkw- und Schwerlastverkehr und an der Erschließungsfunktion der Brücke. "Gerade für den stark zunehmenden Schwerlastverkehr werden viele Brücken zum Problem, da nicht nur die Anzahl, sondern auch das Gesamtgewicht der Fahrzeuge weiter ansteigt", sagt die Stadt. Sondertransporte mit mehr als 400 Tonnen seien immer häufiger durch das Stadtgebiet zu leiten.

Schon 2017 muss die Straßenbrücke der Ritterstraße über die Niers gegen einen Neubau ausgetauscht und die Straßenbrücke der Viersener Straße über die Hermann-Piecq-Anlage saniert werden. Zudem wurde eine Auswahl von sieben Brücken getroffen, die in den nächsten fünf Jahren vorrangig für eine Sanierung vorgesehen sind. Dabei handelt es sich um die Straßenbrücken der Bahnstraße (über DB-Anlage), Viersener Straße (über DB-Anlage), Heinrich-Pesch-Straße (über Bachstraße), des Hangbuschwegs (über DB-Anlage), der Kuckumer Straße (über die Niers), eines Wirtschaftsweges in Wanlo (über die Niers) und um eine Fugängerbrücke über die Niers (Schloss Rheydt). Außerdem sollen wegen einer geplanten Sperrung der Güterbahnlinie Rheydt-Helenabrunn für Brückenbauprojekte der Deutschen Bahn im Jahr 2019 die Straßenbrücken der Aachener Straße und Konradstraße saniert werden.

Was aber geschieht mit jenen Brücken, die bei der Stadt derzeit keinen Vorrang haben? Eines stellt man dort klar: Die Stand- und Verkehrssicherheit müsse bei allen Bauwerken jederzeit gegeben sein. Daher könne es bei allen Brücken, die in den Plänen der Stadt nur eine untergeordnete Rolle spielen, nötig werden, die Nutzung einzuschränken oder die Brücke komplett zu sperren. "Für eine Stadt wie Mönchengladbach ist es auch wirtschaftlich enorm wichtig, auf eine funktionierende und vor allem auch zukunftssichere Infrastruktur zurückgreifen zu können", heißt es.

Von den 175 Brücken in der Baulast der Stadt führen 115 entlang von Straßen und Wirtschaftswegen, 60 sind Fußgänger- und Radwegbrücken. 55 Brücken überqueren die Niers, 20 Brücken eine Anlage der Deutschen Bahn. Alle in städtischer Baulast werden regelmäßig geprüft. Sie erhalten eine Zustandsnote in den Kategorien Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit. Die Benotung reicht dabei von 1,0 (sehr guter Zustand) bis 4,0 (ungenügender Zustande).

Gemäß der "Richtlinie für die Erhaltung von Ingenieurbauten" ist bereits ab der Note 2,0 (befriedigender Zustand) eine mittelfristige Instandsetzung notwendig. Bei vielen Brücken bezeichnet die Stadt die Dauerhaftigkeit schon als mangelhaft - dazu gehören unter anderem der Zustand des Korrosionsschutzes an Geländern und anderen Bauteilen oder der Zustand von Abdichtungen. Das hat zum einen Altersgründe. Ein Grund sei aber auch, wie man einräumt, dass es in der Vergangenheit "ein Unterhaltungsdefizit" gegeben habe.

Quelle: RP
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