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Neukirchen-Vluyn
111 Beatmungsmasken für den Notfall

Neukirchen-Vluyn: 111 Beatmungsmasken für den Notfall
Renate und Helmut Jänecke zeigen das Notfall-Depot und den dazu gehörigen Aufkleber. In dem kleinen Behälter befindet sich eine Maske, die einen Menschen mit Herzstillstand vor dem Tod bewahren kann. FOTO: Klaus Dieker
Neukirchen-Vluyn. Die Bürgerstiftung Neukirchen-Vluyn sorgt dafür, dass überall in der Stadt Beatmungsmasken zur Verfügung stehen. Sie können bei Herzstillstand ein Leben retten. Das jüngste Depot befindet sich am Rollstuhl von Renate Jänecke. Von Stefan Gilsbach

Es passiert jeden Tag irgendwo im Lande: Ein Mensch bricht plötzlich zusammen: Herzstillstand. Oft beklagen Retter, dass Umstehende nicht eingreifen, sich im Hintergrund halten oder sogar anfangen, Handy-Fotos zu schießen. Dabei kann in vielen Notfällen eine Mund-zu-Mund-Beatmung Schlimmeres verhüten, bis die Rettungskräfte kommen.

"Viele Menschen sind verunsichert", weiß Helmut Jänecke. "Sie wissen nicht, wie die Beatmung korrekt durchgeführt wird, oder sie haben Angst, sich mit einer Krankheit anzustecken, vor allem mit Aids." Gegen diese Hemmschwelle hilft eine einfache Beatmungsmaske aus Kunststoff. "Einfach dem Bewusstlosen aufsetzen und in das Röhrchen blasen", schildert Jänecke die Anwendung. Für alle Fälle gibt es auf der Rückseite des Depots eine grafische Anleitung.

Helmut Jänecke ist Mitglieder der Bürgerstiftung Neukirchen-Vluyn. Diese hat dafür gesorgt, dass überall im Stadtgebiet Beatmungsmasken zur Verfügung stehen. Man findet sie in Geschäften, Restaurants, Hotels, öffentlichen Gebäuden, Tankstellen, Schulen und auch in Taxis. Ein Aufkleber im Eingangsbereich weist darauf hin, wo diesen "Mobilen Notfall-Depots" vorhanden sind. Sie sind kaum größer als eine Handfläche und enthalten auch Handschuhe, einen Adapter sowie ein Reinigungstuch.

Das Ziel ist, Neukirchen-Vluyn zur ersten deutschen Stadt mit einem flächendeckenden Netz an Notfall-Depots zu machen. Gestern wurde die Maske Nr. 111 deponiert – sie befindet sich am Rollstuhl von Jäneckes Ehefrau Renate. Drei Einsen, das ist gewissermaßen symbolisch, erklärt Jänecke. Denn die Bürgerstiftung, eine reine Privat-Initiative, wurde an einem 11. November gegründet. Das war vor sieben Jahren, das ursprüngliche Stiftungskapital betrug 50 000 Euro.

Seither haben die mittlerweile 67 Mitglieder zahlreiche Aktionen angestoßen, von denen die Allgemeinheit profitiert. Sie unterstützen soziale und kulturelle Projekte. Auch das Märchenfestival an der Donger Mühle gehört dazu. "Der 11. November ist bekanntlich der Martinstag", sagt Helmut Jänecke. Und der heilige Martin sei berühmt durchs Teilen geworden. Das sei das Anliegen der Mitglieder. An ihrem Gründungstag ehrt die Stiftung zudem Bürger aus Neukirchen-Vluyn, die sich um andere Menschen verdient gemacht haben – nach dem Motto der Stiftung "Gutes tun in unserer Stadt!"

Wer sich der Stiftung anschließen möchte, muss dem Kapital eine Summe von 1000 Euro hinzufügen. Bei Firmen ist eine Summe von 5000 Euro die Voraussetzung.

Man muss aber nicht unbedingt Mitglied der Bürgerstiftung werden, um deren Arbeit zu unterstützen. Für die private Hausapotheke können Interessierte die Depots mit den Beatmungsmasken in der Glückauf- und der Kranich-Apotheke kaufen. Sie kosten 15 Euro. Der Erlös kommt wiederum der sozialen und kulturellen Arbeit der Bürgerstiftung zugute.

Quelle: RP
 
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