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Moers
18 weitere Stolpersteine in Moers erinnern an Nazi-Opfer

Moers: 18 weitere Stolpersteine in Moers erinnern an Nazi-Opfer
Ein Stolperstein erinnert an Margarete Hänel. Die Fotos entstanden nach ihrer Verhaftung. FOTO: Verein Erinnernan die Zukunft
Moers. Der Kölner Künstler Gunter Demnig wird am Donnerstag, 25. August, die ersten acht von insgesamt 18 neuen Stolpersteinen in Moers verlegen. Die goldglänzenden Steine, die in den Boden eingelassen werden, erinnern an Menschen, die wegen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus ihr Leben verloren.

Bereits 2013 hat Demnig erstmals Stolpersteine in Moers verlegt. Die "Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit" und der Verein "Erinnern an die Zukunft" (EfZ) setzen sich für die Aktion ein und werben um private Sponsoren. Bärbel Likar, stellvertretende EfZ-Vorsitzende, koordiniert die Maßnahmen der beiden Vereine. Insgesamt gibt es bisher 51 Stolpersteine in Moers.

Um 9.30 Uhr beginnt am Donnerstag am Eingang der Mattheck die Verlegung der ersten sechs Stolpersteine. Gewidmet sind sie den Widerständlern Hermann Brandenbusch, Margarete Hänel, Georg Hirschmann, Max Langusch, David Lewkowicz und Hermann Schelinski, die als Kommunisten verhaftet wurden. Ähnlich wie in den anderen Moerser Arbeiterbezirken, organisierte sich in der Mattheck nach der Machtübernahme der Nazis der Arbeiter-Widerstand. Zahlreiche Menschen wurden verhaftet. So wurden im Jahre 1943 der Bergmann Adolf Hänel und seine Ehefrau Margarete wegen Vorbereitung zum Hochverrat verhaftet. Die Mutter von zwei Kindern starb 1945 im Alter von 41 Jahren im Frauen-KZ Ravensbrück. Ihr Mann Adolf wurde zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt und lebte ab Mai 1945 in der Mattheck. Ein ähnliches Schicksal wie Margarete Hänel widerfuhr Karl Rautenberg (Kirschenallee 11) und Adolf Ende (Weseler Straße 29). Stolperstein für die beiden Männer werden im Anschluss verlegt.

"Bei den bisherigen 51 Verlegungen der Steine waren immer Schüler dabei", erklärt Bernhard Schmidt, Vorsitzender des Vereins EfZ. In diesem Jahr ist es die zehnte Klasse der Anne-Frank-Gesamtschule, die mit einem Lied die Szenerie begleitet. Auch das Mercator-Berufskolleg nimmt an der Aktion Teil. Die Schüler haben ein Bild erstellt mit dem Titel "Wir geben Adolf Ende ein Gesicht". Tom Gerstenberger kümmert sich um das musikalische Rahmenprogramm. Auch werden sechs Nachfahren der Opfer erwartet. Am 6. Oktober werden neun weitere Stolpersteine für jüdische Familien verlegt. Für ein "Euthanasie"-Opfer, ein getötetes behindertes Kind, folgt die Verlegung am 29. Oktober.

(lg)
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