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Moers
180 Euro für 360-Grad-Moers-Besuch

Moers: 180 Euro für 360-Grad-Moers-Besuch
Hätten Sie diesen Ort auf den ersten Blick erkannt? Es ist die Steinstraße in Moers in einer 360-Grad-Sicht. Eine virtuelle Tour durch Moers ist in den Augen des Moers-Marketing eine gute Idee, um Internet-Nutzer dazu zu bringen, sich Moers auch mal im realen Leben anzuschauen. FOTO: Telepano
Moers. In den kommenden Tagen werden Panorama-Kameras Rundumaufnahmen für einen virtuellen Spaziergang machen. Von Jürgen Stock

Ein Einkaufsbummel ohne zu schwitzen oder sonst wie nass zu werden, das ist für die meisten bereits tägliche Realität. Doch fehlt beim Klicken auf Amazon & Co stets das Einkaufserlebnis, das es nur in echten Geschäften gibt. Eine Verbindung digitaler mit wirklichen Shopping-Welten will jetzt ein Projekt schaffen, das Moers Marketing gerade vorbereitet. In den kommenden Tagen werden Kamerateams Aufnahmen von der Moerser Innenstadt machen, die dann mittels einer speziellen Software zu 360-Grad-Panoramabildern zusammengesetzt werden. Künftig können dann über die Internetseite www.moers-stadtportal.de virtuelle Spaziergänge durch die Moerser Innenstadt unternommen werden.

Michael Birr, Chef von Moers-Marketing, hat auf seinem Rechner bereits eine Probeaufnahme vom Moerser Altmarkt installiert. Darauf kann er ringsum von Geschäft zu Geschäft gehen. Einige davon sind mit transparenten Punkten markiert. Klickt man darauf, gelangt man ins Innere des jeweiligen Ladens und kann sich dort wiederum mit Hilfe einer 360-Grad-Optik umsehen. "Der Online-Handel wird weltweit weiter wachsen", sagt Birr, "daran können wir nichts ändern."

Deshalb, schlägt Birr vor, sollten die Moerser Einzelhändler sich ein Stück vom Kuchen sichern. Die virtuellen Rundgänge sollen die Besucher ermuntern, einen Blick hinter die Schaufensterfassaden zu werfen und so dazu verlockt werden, sich auch im realen Geschäft umzusehen.

"Die ersten Gespräche mit Moerser Einzelhändlern waren rundweg positiv", sagt Birr. "Alle, mit denen ich geredet habe, wollen mitmachen." Für die Händler ist wohl auch der Preis attraktiv: Ein Aktivierungspunkt samt zugehörigen Panoramaufnahmen ist schon für 180 Euro zu haben.

Aber Birr will nicht nur zum Besuch der Moerser City motivieren, wozu auch Spezial-Panoramen von Sehenswürdigkeiten wie Schloss oder Peschkenhaus dienen sollen, sondern auch am Online-Handel mit verdienen. So könnten Händler etwa geeignete Produkte aus ihrem Sortiment auch im Moerser Stadtportal über den virtuellen Rundgang anbieten.

Als Partner für sein Projekt hat Birr das Moerser Start-Up-Unternehmen Telepano gewonnen, das von zwei knapp 20-jährigen ehemaligen Schülern des Rheinkamper Gymnasiums betrieben wird. Auf deren Homepage www.telepano.de sind einige Anmutungen zu finden, die deutlich machen, welche Werbemöglichkeiten die Panoramaperspektiven eröffnen.

Schon nach den Ferien soll ein Probelauf beginnen. Dann will Moers Marketing sein eigenes Sortiment an Moerser Produkten über diese Plattform anbieten. Dann könne man auch erste Erfahrungen im Umgang mit den entsprechenden Programmen und den in Frage kommenden Logistik-Dienstleistern machen. Eines ist Birr klar: "Die ganze Sache lohnt sich nur, wenn möglichst viele mitmachen." Das heißt, dass möglichst viele Häuser in der Moerser City mit einem Aktivierungspunkt versehen sind.

Noch hat Birr viel Arbeit vor sich. Zwar zieht die Internet-Seite www.moers-stadtportal.de nach Birrs Angaben jährlich bis zu 140 000 Besucher an, doch was die dort finden, ist häufig noch ein wenig ernüchternd.

Sucht der Besucher nämlich unter der Rubrik "Cafés und Konditoreinen" nach einem Café, findet er nur einen Eintrag: Das Café Utfort. Eine Konditorei spuckt das Menü gar nicht erst aus.

Quelle: RP
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