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Moers
19 Selbsthilfegruppen stellen sich vor

Moers. Samstag findet am Berliner Tor der zehnte Selbsthilfetag des Paritätischen (Wohlfahrtsverbandes) statt. 19 Aussteller präsentieren sich und ihre Arbeit. Die Rheinische Post erklärt, für wen das Angebot interessant ist. Von Klaus Nikolei

Zum zehnten Mal lädt der Paritätische Wohlfahrtsverband in seiner Funktion als Selbsthilfekontaktstelle für den Kreis Wesel zu seinem Selbsthilfetag ein. Dieser findet nach 2005 und 2009 zum dritten Mal in Wesel statt. Und zwar am Samstag, 20. Juni, 10 bis 16 Uhr, rund um das Berliner Tor an der Wallstraße. Die RP gibt einen Überblick über Aussteller, Zielgruppe und Ziel des Selbsthilfetages, zu dem zwischen 1000 und 1500 Besucher erwartet werden.

Wer ist beim Selbsthilfetag willkommen?

"Alle Bürger aus Wesel und Umgebung - und zwar nicht nur Betroffene", sagt Ludgera Geldermann, die mit Sandra Tinnefeld die Selbsthilfe-Kontaktstelle für den Kreis in Moers leitet. Sie weiß aus Erfahrung, dass es kaum eine Familie gibt, in der es nicht jemanden gibt, der nicht an einer körperlichen Erkrankung oder unter Depressionen oder Angstzuständen leidet. "Wir wollen mit dem Selbsthilfetag erreichen, dass Leute die Scheu verlieren und mit den Vertretern der Gruppen einfach ins Gespräch kommen."

Wie viele Gruppen präsentieren sich?

19, mit dem Paritätischen 20. Es waren auch schon mal 30. Die Gründe? "Viele Organisationen haben so viele Anfragen von Organisationen und sind bei anderen Veranstaltungen aktiv, dass sie nicht überall sein können", bedauert Ludgera Geldermann. Aber sie ist überzeugt, dass die Auswahl der Gruppen, die sich in Wesel präsentieren, schon viele Bereiche abdeckt. Allerdings wäre es schön gewesen, sagt sie, wenn sich Gruppen zu den Themen Spielsucht, pflegende Angehörige und Essstörungen angemeldet hätten.

Wie viele Selbsthilfegruppen gibt es im Kreis Wesel?

Seit Jahren liegt die Zahl der Selbsthilfegruppen konstant bei 355. Zwar gibt es immer wieder Gruppen, die sich auflösen. Dafür gründen sich andere wieder neu, zuletzt vier Gruppen zum Thema Depression. Ludgera Geldermann und ihre Kollegin laden die Vertreter der Gruppen einmal im Jahr ins Weseler Kreishaus ein.

Für wen sind Selbsthilfegruppen geeignet?

Für jeden Menschen, der sich mit Gleichgesinnten über seine Not und seine Krankheit austauschen möchte. "Wer allerdings Anregungen von anderen nicht annehmen möchte und nicht gerne unter Menschen ist, dem sei der Besuch eines Experten angeraten", lautet der Rat von Ludgera Geldermann.

Wer hilft bei der Gründung einer Selbsthilfegruppe?

Am Stand des Paritätischen geben die Mitarbeiter Informationen, welche Selbsthilfegruppen es gibt (auch in ganz NRW und der Bundesrepublik), wie man Kontakt zu ihnen aufnehmen kann und was man tun muss, wenn man eine Gruppe aus der Taufe heben möchte. "Wir geben gerne Tipps bei der Gründung und beraten in Sachen Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem vermitteln wir bei möglichen Konflikten in Gruppen", sp Ludgera Geldermann.

Warum sind Selbsthilfegruppen wichtig

Nach Überzeugung der Organisatorinnen "sehr". Denn: "Ansonsten würde die vierte Säule im Gesundheitswesen - bestehend aus Ärzten und Apothekern, Krankenhäusern und Rettungsdiensten sowie Reha und Prävention - fehlen. Und das wäre schlimm", so Geldermann, "weil viele Ärzte und Krankenhäuser einfach nicht die Zeit haben, die Aufgaben der Aufklärungsarbeit über eine Erkrankung der ehrenamtlich tätigen Selbsthilfegruppenmitglieder zu übernehmen".

Alle weiteren Informationen zum Selbsthilfetag gibt es unter der Telefonnummer 02841 90000.

Quelle: RP
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