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Moers
24 Langzeitarbeitslose finden neuen Job

Moers: 24 Langzeitarbeitslose finden neuen Job
Stilberaterin Elke Weil berät die Arbeitssuchenden. Hier verhilft sie "win win"-Teilnehmer Thomas Wedel zu einem eleganten Outfit. FOTO: Diakonie
Moers. Projekt "win win": Die Grafschafter Diakonie bringt die Menschen mit Schwerbehinderung zurück ins Arbeitsleben.

Sie arbeiten als Lagerist, in der Verwaltung, in der Gastronomie oder im Einzelhandel, einer von ihnen hat eine Fortbildung zur Sicherheitsfachkraft gemacht. Auch Sabrina Wagner hat eine Ausbildung begonnen. Seit Oktober lernt die 35-Jährige den Beruf der Altenpflegerin in einer Senioreneinrichtung. Außerdem besucht sie das Fachseminar für Altenpflege in Kamp-Lintfort, das für die Vermittlung der theoretischen und praktischen Inhalte zuständig ist.

"Ich bin sehr froh, dass ich als alleinerziehende Mutter eine qualifizierte Ausbildung in einem Beruf machen kann, für den es viel Nachfrage gibt", sagt sie. Für die gelernte Kinderpflegerin ohne Berufspraxis sah es wegen ihrer Schwerbehinderung nach geringfügigen Beschäftigungen und Elternzeit lange so aus, als würde sie im Berufsleben vielleicht gar keinen Fuß mehr fassen können.

Sabrina Wagner ist eine von 24 langzeitarbeitslosen Frauen und Männern, die trotz einer einer Sinnes-, einer Körper- oder Lernbehinderung oder eines seelischen Handicaps einen neuen Job gefunden haben. Hinter diesem Erfolg steht das das Projekt "Weseler Inklusions-Initiative - Wir integrieren nachhaltig", kurz "win win", das Menschen mit einer Schwerbehinderung in Arbeit vermittelt. Projektverantwortlich für das auf drei Jahre angelegte Projekt, das im August diesen Jahres endet, ist das Jobcenter Kreis Wesel. Für Moers und Umgebung leistet die Grafschafter Diakonie gGmbH - Diakonisches Werk Kirchenkreis Moers die individuelle Coachingarbeit. Mit der Akademie Klausenhof, Hamminkeln, dem Caritasverband der Dekanate Dinslaken, Wesel und Moers-Xanten sind über das Gebiet des Kreises Wesel verteilt noch drei weitere Institutionen der Wohlfahrtspflege mit im Boot.

Für die Inklusionscoaches der Grafschafter Diakonie beginnt die Arbeit, wenn sich das Jobcenter oder die Agentur für Arbeit meldet. Es spricht geeignete Kandidaten an und informiert sie über das Projekt. Die Teilnahme ist freiwillig. "Für die Motivation ist es wichtig, dass sie sich selbst dafür entschieden haben, sich mit uns auf die Jobsuche zu machen", weiß Inklusions-Coach Ulla Ostermann, die zusammen mit ihren beiden Kolleginnen Iris Schwabe und Beate Culemann-Kleer für die Begleitung zuständig ist. Eine Arbeit, die Coaches und Teilnehmer ohne Zeitdruck erledigen. Schritt für Schritt begleiten die Fachkräfte den Weg. Welche beruflichen Ziele habe ich? Welche gesundheitlichen Einschränkungen gibt es zu beachten? Was sind meine beruflichen Qualifikationen und Erfahrungen? Antworten auf Fragen wie diese suchen Teilnehmer und Pädagogen unter vier Augen. Später kommt die ganze Gruppe zusammen. Binnen einer Woche finden sie heraus, auf welchem Gebiet ihre Stärken liegen. Bin ich eher der kommunikative Typ oder ein stiller Arbeiter? Wie belastbar bin ich, wie komme ich mit Stress und in der Gruppe klar? Auf dem Weg zum neuen Job sind diese Erkenntnisse wichtig. Arbeitsplatz und Bewerber sollen gut zueinander passen. Zusammen gefeilt wird auch an den Bewerbungsunterlagen, und die Teilnehmer werden darin geschult, zu erkennen, welche Stellenausschreibung für sie passend ist oder welche Kleidung zum Vorstellungstermin eine gute Wirkung hat.

Projektleiterin Elke Kaspers ist überzeugt, dass nicht nur die Arbeitssuchenden profitieren: "Die Erfahrung zeigt, dass die Leute für ihren Arbeitgeber durchs Feuer gehen und supermotiviert sind, wenn sie gut aufgenommen sind."

(kt)
 
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