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Moers
60 Tonnen Müll gesammelt

Moers. In Moers, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn und Rheinberg sammelten viele hundert Bürger am Samstag Abfall auf. Sondermüll wurde nicht entdeckt, aber doch der ein oder andere ziemlich eklige Fund. Von Timo Steppat

grafschaft Überall diese blauen Mülltüten. Sie zogen sich am Samstag durch die Grafschaft und jede einzelne gab ein positives Signal: Hier wird der wilde Müll gesammelt und entsorgt. Zum vierten Mal riefen die Wir4-Städte Moers, Neukirchen-Vluyn, Kamp-Lintfort und Rheinberg unter dem Motto "Gemeinsam für eine saubere Stadt" zum kollektiven Müll sammeln auf. Einige hundert Freiwillige aus Vereinen und privaten Initiativen folgten dem Aufruf. Schätzungsweise 60 Tonnen Müll kamen zusammen.

Moers' Bürgermeister Norbert Ballhaus ging mit gutem Beispiel voran. Ab 10 Uhr sammelte er, mit Handschuhen und einem Greifer bewaffnet, an der Halde Rheinpreussen Müll. "Der Abfallsammeltag hat bei mir einen festen Platz im Terminkalender", erklärte Ballhaus, denn der verbinde ökologische Interessen mit der Stärkung des Gemeinschaftsgefühls der Bürger und diene einem besserem Stadtbild. Andere fingen bereits um 9 Uhr morgens an.

Wanderstrecke freigemacht

So zum Beispiel eine Abordnung der Berg- und Wanderfreunde Niederrhein. Ihr Einsatzgebiet war ebenfalls die Halde im Norden der Grafenstadt. "Wir wandern hier oft lang", erzählte Karl Brand, Mitglied des Vereins. Der Müll stört. Am Wegesrand liegen Bierflaschen und in den Büschen oft Müllsäcke oder gar ganze Haufen. Seit vier Jahren beteiligen sie sich an der Sammelaktion und meist liege im nächsten Jahr an den gleichen Stellen wieder Müll. Eine junge Frau in Neukirchen-Vluyn, die zum ersten Mal dabei war, meinte gegen Mittag: "Ich habe jetzt drei Stunden lang Müll gesammelt. Wenn ich in Zukunft jemanden sehe, der seinen Müll ablädt oder Bierflaschen in den Graben schmeißt, werde ich reagieren." Ein solches Umdenken wünschen sich die Veranstalter. Denn die Sammelaktion, die Freiwillige lediglich mit der Unterstützung der Städtischen Betriebe in den einzelnen Kommunen durchführten, soll am Ende auch dazu führen, dass die Bevölkerung im Umgang mit Müll sensibilisiert wird. Im Kamp-Lintfort waren rund 200 Freiwillige an verschiedenen Stellen in der Stadt unterwegs. Der ADAC sammelte an der Motocross-Rennbahn Müll. "Das Müllaufkommen in diesem Jahr ist verglichen mit dem letzten Jahr deutlich geringer", erklärte Rolf Fenger, Geschäftsführer des Kamp-Lintforter ADAC. Mit 20 Leuten habe man zwei Stunden lang das Gebiet abgesucht. Danach verteilte der ADAC an der Rennbahn Erbsensuppe an alle Beteiligten. "Das hat die Stadt sonst gemacht. Es ist schade, dass hier gespart wird und gibt das falsche Signal."

Quelle: RP
 
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