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Moers
Abiturienten feiern ihre Mottowoche

Moers. In der letzten Woche vor den Abiturprüfungen veranstalten viele Schüler eine Mottowoche. Jeden Tag gehören die zum Thema passenden Kostüme dazu. Die Schulleiter zeigen sich kooperativ, aber ganz ohne Regeln geht es nicht. Von Philippa Gerstl

Schlafmützen sieht man allmorgendlich auf jedem Schulhof, vereinzelte Jugendliche eilen mit sehr kleinen Augen und sichtbar übermüdet in die Klassenräume. Am gestrigen Dienstag sah es auf dem Schulhof des Gymnasiums in den Filder Benden allerdings so aus, als finde gerade eine schulweite Pyjama-Party statt: Wo man hinschaute, liefen einem Schüler in Schlafanzügen und Bademänteln über den Weg. Denn an der Schule veranstalten die angehenden Abiturienten gerade ihre traditionelle Mottowoche - ebenso wie an den anderen Gymnasien in der Grafschaft.

Die Mottowochen sind für die Abiturienten eine Möglichkeit, die schwere Schulzeit und die anstehenden Prüfungen zu vergessen und noch einmal richtig loszulegen - natürlich gänzlich ohne Alkohol. Jeden Tag wird ein anderes Thema zur Schau gestellt. Waren es gestern am Filder Benden die Schlafmützen, sind es heute am Adolfinum die Hippies.

Die Abiturienten entschieden durch Abstimmung weit im Voraus über ihre Mottos. Im Vorfeld wurden auch die einzelnen Aktionen genau abgesprochen und angepasst. "Es soll zu möglichst wenig Unstimmigkeiten kommen", sagten gestern mehrere Schulleiter in der Grafschaft. Alle Feiernden haben Spaß an der Mottowoche, es wird getanzt, gefeiet und durch die Klassen gezogen. Das Tanzen auf den Tischen gehört ebenso dazu wie das laute Singen. Die Schüler blühen auf, wenn es um das Kostümieren geht. Nichts ist auffällig genug.

Wenn es um die Planung und Vorbereitung der Mottowoche geht, zeigen sich dann aber alle kooperativ. "Natürlich hoffen wir, dass die Regeln des respektvollen und fairen Miteinanders nicht verloren gehen", sagt der Direktor des Gymnasiums Filder Benden, Arndt van Huet. Die Schüler halten sich an die vorher besprochenen Regeln, so dass die Mottowoche geregelt verläuft. Am Adolfinum wurden die Absprachen sogar protokolliert.

So soll vermieden werden, dass Schüler beispielsweise mit Wasserpistolen in der Schule schießen. Es könnte passieren, dass elektrische Geräte Schaden nehmen. Die Kosten einer Beschädigung am Schulmobiliar müssten dann aus eigener Tasche bezahlt werden.

Das ungünstigste Szenario wären alkoholisierte Schüler. "Dies wollen wir vermeiden, damit niemand anderes zu Schaden kommt", sagt der Leiter des Georg-Forster-Gymnasiums in Kamp-Linfort, Alexander Winzen. "Auch wollen wir verhindern, dass es zu Verletzung Anderer oder Selbstverletzung kommt." Sämtlicher Lärm sei nur in den Pausen erlaubt, da die unteren Jahrgänge sonst abgelenkt würden. Das Ziehen durch die Klassenräume sei daher auch nur bedingt möglich.

Die Stundenpläne wurden ebenfalls zu Gunsten der angehenden Abiturienten abgeändert. Die müssen in der Mottowoche nur ihre Abiturfächer und Leistungskurse besuchen. "Die Einhaltung der Absprachen kann aber nur durch Kontrollen geschehen", so Winzen. Wer sich nicht an die Absprachen hält, werde nach Hause geschickt.

Trotz allem wünschen sich die Schüler und Kollegen der Schulen ein reibungslosen Ablauf. Für die Abiturienten soll ihre letzte Schulwoche schließlich in guter Erinnerung bleiben.

Quelle: RP
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