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Moers
Ägyptische Schwester besucht Moers

Moers: Ägyptische Schwester besucht Moers
Die Mitarbeiter des Kirchenkreises Moers mit ihrem Besuch: (v.l).: Dietmar Boos, Schwester Amalia, Edith Schwarz, Wolfram Syben. FOTO: Klaus Dieker
Moers. In der ägyptischen Stadt Beni Suef kümmert sich Schwester Amalia um die Armenspeisung und leitet mehrere Kindergärten. Für zwei Tage ist sie in Moers, um ihre Partner vom Kirchenkreis Moers zu besuchen. Von Pauline von Lehmden

"Arbeiten, beten und vertrauen", unter diesem Motto hilft Schwester Amalia vom Orden "Daughters of Saint Mary" den Bedürftigen in Ägypten - egal, welcher Religion sie angehören. In der Stadt Beni Suef leitet sie einen Kindergarten mit rund 650 Kindern. "Die Kinder sind bei uns, es macht keinen Unterschied, ob sie muslimisch oder christlich erzogen wurden, das ist mir egal", sagt Schwester Amalia mit überzeugender Stimme. In dem großen Kindergartengebäude werden auch schon Babys aufgenommen: "Wir nehmen die Kinder, wenn die Mütter arbeiten gehen. Sie können so die Chance nutzen, arbeiten zu gehen und müssen nicht zu Hause bleiben, um auf ihr Kind aufzupassen".

Der Kirchenkreis Moers unterstützt diese Engagement. Er unterhält eine enge Partnerschaft mit christlichen Gemeinden in verschiedenen Ländern. Diese Partnerschaft äußert sich in einem sehr regen Austausch und auch in vielen Reisen. Am wichtigsten ist es aber, dass man voneinander lernt. Zum Beispiel, wie das Zusammenleben mit der muslimischen Gemeinschaft in Ägypten gelingt.

17 Kindergärten betreut Schwester Amalia insgesamt. In der Studentenstadt Beni Suef, aber auch in den umliegenden Dörfern. Und obwohl die Christen in Ägypten zu der Minderheit gehörten, klappt das Zusammenleben gut. "Die Schwestern sind so offen, sie grenzen sich nicht ab, sie behandeln alle Kinder gleich gut, das stärkt natürlich das Vertrauen der muslimischen Bürger, und die Gemeinschaft wächst", erklärt Wolfram Syben, der den Superintendenten vertritt. "Es gibt an christlichen Schulen auch religionsunterricht für muslimische Schüler. Beide Religionen werden gefördert", fügt Edith Schwarz, die Schwester Amalia in Beni Suef schon besucht hat, ergänzend hinzu.

Dort konnte sie sich auch ein Bild von der Armenspeisung machen, die Schwester Amalia organisiert. "In Ägypten herrscht eine große Not. Da der Tourismus wegfällt, haben viele Menschen ihre Jobs verloren, fast elf Millionen Menschen sind derzeit ohne Arbeit. Den Menschen geht es schlecht, sie hungern", so Dietmar Boos, Vorsitzender des Entwicklungshilfeausschusses.

Deshalb hat Schwester Amalia die Armenspeisung eingerichtet. Einmal im Monat findet sie statt, es gibt Programme für Kinder und Eltern, natürlich Essen, und am Ende bekommt jede Familie ein individuell zusammengestelltes Paket mit Grundnahrungsmitteln für einen Monat.

Aber das Geld reicht hinten und vorne nicht. "Jeden Tag entdecken wir neue Bedürftige, für die wir eigentlich nicht sorgen können. Aber wir machen unsere Türen nicht zu", sagt Schwester Amalia. Deshalb sucht der Kirchenkreis Moers 100 Freiwillige, die 10 Euro im Monat für die Bedürftigen in Ägypten spenden.

Wer spenden möchte, kann sich bei Dietmar Boos (Dietmar.Boos@vodafone.de) melden. Spenden gehen auf das Konto: KD Bank eG, IBAN: DE46 3506 0190 1010 8800 21, BIC: GENODED1DKD, Verwendungszweck: 150310000 / 36000202 Armenspeisung.

Quelle: RP
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