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Moers
Ärzte im Bethanien heilen afrikanisches Mädchen

Moers: Ärzte im Bethanien heilen afrikanisches Mädchen
Die Ärzte Robert Hierner (re.), Christian Illian (li.) und die Kinderkliniks-Oberärztin Dr. Sabine Labus haben Oumie in Deutschland betreut. FOTO: KBM/Pickartz
Moers. Als Oumie (9) vor zwei Jahren nach Deutschland kam, litt sie an Klumpfüßen. Nach vielen Operationen kann sie endlich laufen.

Ein glücklicher Abschied auf zwei Beinen: Die neunjährige Oumie Kanteh darf am Samstag wieder zurück in ihre Heimat Gambia fliegen. Dem stimmten die Ärzte in der Kinderklinik Bethanien nach einer Abschlussuntersuchung zu. Das Mädchen wurde zwei Jahre lang in Deutschland behandelt. Sie war in Gambia mit Klumpfüßen zur Welt gekommen, einer der Füße war fast abgestorben, als sie in der Kinderklinik ankam. Allein überstand sie etwa ein Dutzend zum Teil große Operationen.

Das Friedensdorf Oberhausen hatte Oumie nach Deutschland vermittelt. "Ihre Familie hatte sich an unsere Partnerorganisation in Gambia gewandt", berichtet Maria Tinnefeld vom Friedensdorf. Zunächst kümmerte sich ein anderes Krankenhaus um die Erkrankung des Kindes, diese bat jedoch wegen des ausgeprägten Krankheitsbildes und nach Komplikationen bei der Behandlung die Kinderklinik Bethanien um Hilfe.

In der Moerser Klinik übernahmen der Kindertraumatologe Dr. Christian Illian und der Chirurg Prof. Dr. Robert Hierner die Patientin. Hierners Spezialgebiet ist die Rekonstruktions- und Wiederherstellungschirurgie. Er sorgte dafür, dass Oumies Fuß und der Unterschenkel erhalten werden konnten. "Wir mussten zunächst die Komplikationen in den Griff bekommen, die fast zu einer Amputation des Unterschenkels geführt hätten. Dann haben wir uns um die Rekonstruktion des fast abgestorbenen Fußes gekümmert. Es war nicht ganz einfach, aber wir haben es geschafft", erklärten die beiden Ärzte Hierner und Illian bei der Abschlussuntersuchung.

Oumie kann nun mit zwei weitestgehend gesunden Füßen nach Hause fliegen. Für die Ärzte in Bethanien ist es wichtig, dass das Mädchen nach der Behandlung fast ganz normal laufen kann. So habe sie viel bessere Chancen für die Zukunft in Gambia, erklären Hierner und Illian.

"Die Freude bei den Kindern ist riesig, endlich zu ihren sehnsüchtig wartenden Familien heimkehren zu können", sagt Maria Tinnefeld vom Friedensdorf.

Auf dem Rückflug von Gambia nach Deutschland wird der Flieger neue kranke und verletze Kinder zur medizinischen Behandlung nach Deutschland bringen. Die Kinder werden vom Friedensdorf Oberhausen auf Krankenhäuser in Deutschland verteilt, wo sie kostenlos behandelt werden.

Für Oumie waren es zwei aufregende Jahre in Deutschland. "Sie hat sich sehr positiv entwickelt. Oumie hat sehr schnell Deutsch gelernt und viele Freundinnen aus verschiedenen Ländern gefunden, was sicher auch daran liegt, dass sie sehr hilfsbereit und selbstständig ist", erzählt Tinnefeld vom Friedensdorf.

Auch in der Kinderklinik Bethanien sorgte das aufgeweckte Mädchen immer wieder für Heiterkeit und gute Laune.

Quelle: RP
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